Hausärzte: KI soll entlasten und den Systemwandel in Praxen ermöglichen
Düsseldorf. Etwa ein Viertel der Hausärztinnen und Hausärzte in Deutschland plant, in den nächsten fünf Jahren aus dem Beruf auszusteigen. Und wer weitermachen will, denkt über kürzere Arbeitszeiten nach: Im Schnitt wollen Hausärztinnen ihre Wochenarbeitszeit bis 2030 um 2,5 Stunden reduzieren.
Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und der Universität Marburg. Dazu hat das Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft zwischen November 2024 und Februar 2025 insgesamt 3687 Hausärztinnen und -ärzte befragt.
Die Politik setzt nun auf einen Systemwechsel. Die schwarz-rote Koalition will ein sogenanntes Primärarztsystem einführen. Dann sollen Hausärzte noch stärker als derzeit als zentrale Lotsen im Gesundheitssystem fungieren, also mit mehr Verantwortung für Diagnostik, Steuerung und Koordination. Doch schon jetzt sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KV) mehr als 5000 Hausarztsitze unbesetzt.
Hausärzte verkürzen bereits Arbeitszeit
Die Bertelsmann-Stiftung sieht mit Blick auf diese Vakanzen vor allem in der Digitalisierung Lösungsansätze. Digitale Tools könnten Prozesse wie Befundübermittlung, Terminvergabe oder Behandlungskoordination automatisieren und so den verbleibenden Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für die Patientenversorgung verschaffen.