Hilfssysteme: Kaum Roboter im Pflegeeinsatz
Pflegeroboter sollen Fachkräfte ambulanter Pflegedienste oder stationärer Einrichtungen entlasten.
Foto: dpaKöln. Sami Haddadin hat im beschaulichen Garmisch-Partenkirchen Großes vor. Der 42-Jährige ist Inhaber des Lehrstuhls für Robotik und Systemintelligenz der Technischen Universität München und verantwortet in Garmisch-Patenkirchen den Aufbau des frisch gegründeten TUM-Campus für Pflege- und Gesundheitsrobotik.
4,7 Millionen Euro stellt das Land Bayern in diesem Jahr dafür bereit, darüber hinaus sollen 14 Stellen geschaffen werden. „Auf dem integrierten Campus arbeiten zahlreiche Forschungsgruppen der TUM aus unterschiedlichen Disziplinen nicht nur mit Senioren und Seniorinnen, der Pflegeschule und der Caritas, sondern auch mit Ärzten eng zusammen“, sagt Haddadin zu Handelsblatt Inside.
Ein Ziel: Systeme zu entwickeln, die Fachkräfte ambulanter Pflegedienste oder stationärer Einrichtungen entlasten. Wenn das klappt, würde Haddadin der Pflegerobotik-Entwicklung eine neue Richtung geben. Denn seit vielen Jahren tüfteln Wissenschaftler an Systemen, um Pflegefachkräften die Arbeit zu erleichtern. Eine breite Anwendung in der Versorgung finden die verschiedenen Robotiksysteme bislang aber nicht.
„Intelligenter Pflegewagen“ bleibt Pilotprojekt
So entwickelte etwa die Firma MLR zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung einen „intelligenten Pflegewagen“. Er sollte Pflegepersonen Wege ersparen und bei der Dokumentation von Verbrauchsmaterialien helfen. Die Pflegekraft bestellte ihn per Smartphone ins Zimmer und er navigierte selbstständig dort hin. Im Herbst 2018 präsentierte Fraunhofer die Ergebnisse des Forschungsprojekts. Der Pflegewagen hätte zu einer Entlastung des Pflegepersonals geführt, heißt es in dem Bericht. Eine Serienproduktion blieb aber aus.