Künstliche Intelligenz: Sprachassistenten sollen Pflegekräfte entlasten
Gründer Marcel Schmidberger erklärt seine Dokumentations-App.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Vom Waschen über den Verbandswechsel bis zur Verabreichung von Medikamenten: Akribisch müssen Pflegekräfte jeden Handgriff protokollieren. Fast ein Drittel der Arbeitszeit geht Studien zufolge für administrative Tätigkeiten verloren. Entlastung verspricht das aus dem Potsdamer Hasso-Plattner-Institut ausgegründete Start-up Voize. „Wir sorgen dafür, dass alles mühelos am Smartphone dokumentiert werden kann und mehr Zeit für die eigentliche Pflege bleibt“, sagt Mitgründer Fabio Schmidberger.
Entwickelt hat das Start-up eine App für die Dokumentation – mit einer Besonderheit: Die Eingaben erfolgen per Spracheingabe. Die Aussage „Blutzucker 200 digital gemessen“ etwa trägt Messdaten und -methode in die Patientenakte ein – und zeigt der Pflegekraft in der App auch gleich Vergleichswerte aus der Vergangenheit an. Synchronisiert werden die Eingaben mit dem bestehenden Dokumentationssystem. Die sonst üblichen Eingaben am PC bei Schichtende entfallen.
Mehrere dutzend stationäre Pflegeeinrichtungen hat das erst im Juni 2020 gegründete Start-up eigenen Angaben zufolge bereits überzeugt. Zu den Referenzen gehören das Essener Seniorenstift Contilia, der Caritasverband für Stuttgart und die Kleeblatt Pflegeheime aus Ludwigsburg. Unter den Investoren von Voize ist neben anderen die renommierte US-Start-up-Schmiede Y Combinator.