Medizin-Fintech: Berliner Start-up will Abrechnung für Arztpraxen digitalisieren
Die Abrechnung von Selbstzahlerleistungen ist für viele Arztpraxen aufwendig.
Foto: ImagoKöln. Nach der Behandlungsarbeit folgt die Bürokratie: Etwa 500 bis 1000 Rechnungen pro Monat müssen in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis erstellt, verschickt und nachverfolgt werden, schätzt Niklas Radner, Co-Gründer des Berliner Medizin-Fintechs Nelly Solutions. Dazu kommt das Risiko für die Mediziner, ob und wann manche Patienten die Rechnung tatsächlich bezahlen. „Die größte Herausforderung für die Praxen ist der Fachkräftemangel und der hohe Grad an Verwaltungsaufgaben und Bürokratie.“
Hier setzten etablierte und neue Anbieter an, um Praxen zu unterstützen – immer häufiger mit digitalen Prozessen. Auf der einen Seite gibt es etablierte und neue IT-Dienstleister wie Solvi, Teemer, Charly, Claire Digital oder Docport. Sie versprechen Hilfe bei der Praxisorganisation, bis hin zur korrekten Rechnungsstellung und Buchführung. Auf der anderen Seite stehen die Finanzdienstleister.
Seit vielen Jahrzehnten sind beispielsweise Fakturierer in dem Bereich unterwegs, die häufig von Zahnärzten genutzt werden. Ihr Modell: Sie kaufen den Praxen die Selbstzahlerrechnungen ab und überweisen das Geld abzüglich eines Prozentsatzes im niedrigen einstelligen Bereich zügig an die Ärzte. Dann holen sie sich selbst das Geld von den Patienten wieder – und müssen sich um mögliche Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle kümmern.