Positionspapier: Hersteller von „Apps auf Rezept“ wehren sich gegen Kritik der Kassen
„Apps auf Rezept“ stoßen bei Ärzten noch auf Widerstand.
Foto: Hero Images/Getty ImagesBerlin. Hersteller digitaler Gesundheitsanwendungen haben sich in einem umfassenden Positionspapier zu der Kritik an dem Verfahren für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) geäußert, das seit Oktober die Erstattung von Medizin-Apps durch die gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht.
„Mit steigender Nachfrage und Aufmerksamkeit für digitale Gesundheitsanwendungen entstehen zunehmend öffentliche Diskussionen über das Konzept und dessen Regularien“, heißt es in einem Papier des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV), das Handelsblatt Inside vorliegt. Daher wolle man Unschärfen der aktuellen Diskussion aufgreifen.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatte in einem Positionspapier unter anderem kritisiert, dass eine DiGa auch ohne einen Nutzennachweis in die Erstattung kommen kann, um diesen innerhalb eines Jahres zu erbringen. Das verwässere „die Relevanz des medizinischen Nutzens und somit die hohen Standards von Medizinprodukten“, heißt es von den Kassen.
Der SVDGV verteidigt hingegen das geltende Verfahren. „Ohne die Möglichkeit zur Durchführung einer großen Studie im ersten Jahr würde es einige DiGa nicht geben – zu groß wäre die Investitionshürde“, heißt es in dem Positionspapier. Die Studien würden zudem auch in Therapiefeldern durchgeführt, in denen bislang nur wenig Evidenz vorliege. „DiGa-Hersteller leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Evidenz in der Versorgungslandschaft“, heißt es.