Telemedizin: Warum Doktor.de sein App-Angebot eingestellt hat
Berlin. Wer die App von Doktor.de öffnet und darüber einen Arzt für eine Videosprechstunde kontaktieren möchte, steht nun, quasi virtuell, vor verschlossener Tür. „Aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen ist unser Angebot leider vorübergehend nicht verfügbar“, heißt es auf der Startseite.
Vor etwas mehr als drei Jahren startete der deutsche Ableger des schwedischen Gesundheitsdienstleisters Doktor.se seinen app-basierten Doctor-on-Demand-Service. Patientinnen und Patienten konnten auf diesem Weg Videosprechstunden mit Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern buchen.
Dieser Service existiert nicht mehr, Grund ist eine strategische Neuausrichtung des Gesundheitsdienstleisters: Man habe bereits Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen, die App-Aktivitäten einzustellen, sagte Doktor.de-Geschäftsführer Robin Knijn „Inside Digital Health“. Das Potenzial sei nicht groß genug gewesen, das Angebot habe bei dem Patientenvolumen „wenig Sinn gemacht“, erläuterte Knijn.
Telemedizin-Vereinbarung beschleunigte das Aus
Das Unternehmen hat sich daher gegen ein Telemedizin-Angebot für Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland entschieden. Stattdessen konzentriert sich Doktor.de nun auf einen hybriden Service für die Patientinnen und Patienten der neun unternehmenseigenen Praxen, die sich vor allem in Berlin befinden. Für die Bestandspatienten in diesen Praxen soll es spätestens Ende Juni wieder die Möglichkeit geben, Videosprechstunden zu nutzen.