Frank Mastiaux im Interview: EnBW-Chef will das Gas- zum Wasserstoffgeschäft umbauen: „Das wird ein fundamental wichtiges Geschäftsfeld“
Der EnBW-Chef hört im kommenden Jahr auf. Einen neuen CEO-Posten bei einem Großkonzern strebt er nicht mehr an.
Foto: picture alliance/dpaDüsseldorf. EnBW-Chef Frank Mastiaux will die führende Rolle des Konzerns im Gasmarkt für das Zukunftsgeschäft mit Wasserstoff nutzen. „EnBW wird in den kommenden zehn Jahren das Gas-Engagement zum Wasserstoff-Engagement umbauen“, sagte Mastiaux im Interview mit dem Handelsblatt.
Der EnBW-Chef will dafür unter anderem die Tochter Verbundnetz Gas (VNG) nutzen, einen der größten Gasgroßhändler des Landes. „Schon heute können wir durch die Leitungen der VNG zehn Prozent Wasserstoff transportieren, und das werden wir schrittweise erhöhen“, sagte Mastiaux. Er sieht aber auch in der Stromerzeugung Potenzial: „Jedes Kohlekraftwerk, das wir auf Gas umstellen, können wir später auf Wasserstoff umstellen.“
Mastiaux hält das Geschäft mit Wasserstoff für „ein fundamental wichtiges Geschäftsfeld“. Zwar werde es „mindestens noch eine Dekade dauern, bis Wasserstoff eine wichtige Rolle spielt“. Das liege am Preisgefüge und der fehlenden Infrastruktur. „Auch grüner Wasserstoff wird wirtschaftlich“, ist er aber überzeugt: „Das wird schneller gehen, als viele denken.“ Auch bei der Solarenergie seien die Kosten innerhalb von 15 Jahre auf ein Zehntel gesunken.