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EnergieKraftwerksstrategie zur Versorgungssicherheit soll stufenweise kommen

Die Regierung plant den Bau klimafreundlicher Kraftwerke in mehreren Schritten. Zwei Ausschreibungen für wasserstofffähige Anlagen von je fünf Gigawatt sind vorgesehen. Erste Ausschreibungen sind Ende 2024 geplant. 05.07.2024 - 15:43 Uhr
Insgesamt kann damit der Bau von 12,5 Gigawatt Kraftwerksleistung von der Regierung mit Zustimmung der EU subventioniert werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin. Der Bau klimafreundlicher Kraftwerke für die Versorgungssicherheit soll in mehreren Schritten umgesetzt werden. Geplant seien zwei größere Ausschreibungen für wasserstofffähige Kraftwerke mit jeweils fünf Gigawatt Leistung, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck am Freitag nach den Haushaltsberatungen. Er bestätigte damit eine Reuters-Meldung, wonach es eine Einigung mit der EU-Kommission auf den stufenweisen Aufbau der Kraftwerke gegeben habe.

Der Grünen-Politiker sagte, dazu kämen zwei Gigawatt Leistung von bestehenden Gaskraftwerken, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden, außerdem 0,5 Gigawatt für neue Kraftwerke, die sofort mit Wasserstoff laufen können. Erste Ausschreibungen sind für Ende 2024 oder Anfang 2025 geplant.

Insgesamt kann damit der Bau von 12,5 Gigawatt Kraftwerksleistung von der Regierung mit Zustimmung der EU subventioniert werden. Zusätzlich sind 0,5 Gigawatt Leistung als Speicher geplant. 0,5 Gigawatt entsprechen etwa der Leistung eines großen Gaskraftwerks.

Versorgungssicherheit durch flexible Gaskraftwerke

Im Kern geht es bei der geplanten Strategie um den Bau von Gaskraftwerken, die die wachsende, aber schwankende Einspeisung von Wind- und Solarstrom ausgleichen sollen. So soll die Versorgungssicherheit garantiert und ein Blackout in einer sogenannten Dunkelflaute ausgeschlossen sein. Zug um Zug sollen die Anlagen auf klimafreundlichen Wasserstoff umgestellt werden, der aber noch für lange Zeit deutlich teurer als Erdgas sein dürfte. Daher braucht es eine milliardenschwere Förderung, die von der EU-Kommission genehmigt werden muss. Wer die geringste Förderung verlangt, erhält bei den Ausschreibungen den Zuschlag.

An der Kraftwerksstrategie hängt auch, ob Deutschland wie vor allem von den Grünen gefordert bis 2030 das letzte Kohlekraftwerk abschalten kann. Daher drängt die Zeit. Energiekonzerne wie RWE, EnBW und Uniper sind interessiert am Bau etwa an Standorten von Kohlekraftwerken, die abgeschaltet werden müssen.

Zunächst sollen jetzt zügig fünf Gigawatt an Erdgas-Kraftwerken ausgeschrieben werden, die auch mit Wasserstoff arbeiten können. Dazu kommen dann zwei Gigawatt, die durch Umrüstung klimafreundlich werden. Ab dem achten Jahr nach Inbetriebnahme müssen sie auf grünen (mit erneuerbaren Energien erzeugter) Wasserstoff oder blauen (mit Erdgas erzeugt, aber CO2 wird abgeschieden und gespeichert) Wasserstoff umgestellt werden. Sowohl Investitionen in Kraftwerke als auch der Betrieb können gefördert werden.

Kapazitätsmechanismus ab 2028 geplant

In einer zweiten Säule werden noch einmal fünf Gigawatt neue Gaskraftwerke ausgeschrieben, bei denen rein die Investitionskosten gefördert werden.

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Ab 2028 soll zudem ein sogenannter Kapazitätsmechanismus im Strommarkt greifen. Dabei wird nicht nach Kilowattstunde abgerechnet, sondern auch eine bereitgestellte Leistung vergütet, selbst wenn sie nicht gebraucht wird.

Auch dies wird laut Bundesregierung von der EU-Kommission akzeptiert, muss aber wie die gesamte Strategie von ihr noch bis Herbst formal beschlossen werden.

rtr
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