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Erneuerbare EnergienWenig Wind: Ökostrom-Anteil sinkt 2021

Die neue Bundesregierung will Erneuerbare Energien hochfahren. Doch die gute Konjunktur erhöht den Gesamtverbrauch – und Windarmut senkt die Öko-Kapazitäten. 15.12.2021 - 08:04 Uhr Artikel anhören

2021 wurde mehr Solarenergie gewonnen – doch die Windarmut im ersten Halbjahr kostet Ökostrom-Kapazitäten.

Foto: dpa

Berlin, Stuttgart. Der Ökoanteil am Stromverbrauch in Deutschland ist 2021 laut einer Prognose wieder zurückgegangen. Stammten 2020 noch knapp 46 Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms aus Erneuerbaren Energien, lag der Anteil 2021 nach vorläufigen Berechnungen bei gut 42 Prozent.

Damit bewegt er sich auf Vor-Corona-Niveau, 2019 lag der Anteil bei 42,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), die der Deutschen Presse-Agentur vorlagen.

Als Hauptgrund für den Rückgang gab der BDEW das Wetter an: Zwar habe die Stromerzeugung aus Solarenergie um fast fünf Prozent zugenommen. Jedoch sei vor allem die erste Jahreshälfte deutlich windärmer gewesen als im Vorjahr. Zudem sei der Stromverbrauch infolge der konjunkturellen Erholung 2021 wieder gestiegen. Dies habe sich zusätzlich dämpfend auf den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch ausgewirkt, so der Branchenverband.

Laut den Berechnungen hatte an Land erzeugter Windstrom mit voraussichtlich knapp 16 Prozent der Bruttostromerzeugung den größten Anteil unter den Erneuerbaren, gefolgt von Sonnenstrom (knapp 9 Prozent). Mit Hilfe von Biomasse wurden der Prognose zufolge etwa 7,5 Prozent des Stroms erzeugt, Windräder auf See trugen demnach gut 4 Prozent bei.

BDEW-Chefin Kerstin Andreae nannte das Ziel der neuen Bundesregierung, den Erneuerbaren-Anteil bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern, „ambitioniert“. Die Regierung müsse nun schnell „bestehende Hemmnisse und Restriktionen für den Erneuerbaren-Ausbau beseitigen und die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen möglichst schnell in die Tat umsetzen“. Das gelte etwa für die Beschleunigung von Planung- und Genehmigungsverfahren oder die Bereitstellung von zwei Prozent der Bundesfläche für Windkraftanlagen.

dpa
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