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Energie

Interne Prüfung „Viel Lärm um nichts“: Aufsichtsrat entlastet OMV-Chef Rainer Seele

Der CEO des österreichischen Ölkonzerns soll sich bei Flugreisen und Sponsoring korrekt verhalten haben. Er war sogar sparsamer als sein Vorgänger.
24.05.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Der 49-Jährige steht seit fünf Jahren an der Spitze des Öl- und Gaskonzerns. Quelle: Reuters
OMV-Chef Rainer Seele

Der 49-Jährige steht seit fünf Jahren an der Spitze des Öl- und Gaskonzerns.

(Foto: Reuters)

Wien Die vergangenen Tage waren für Rainer Seele nicht einfach. Das österreichische Investigativportal „Dossier.at“ erhob gegen den Vorstandschef des Ölkonzerns OMV wegen angeblich zu hoher Flugkosten und zu teurem Sponsoring des russischen Fußballklubs Zenit St. Petersburg schwere Vorwürfe. OMV-Aufsichtsratschef Wolfgang Berndt ließ die Reiseausgaben und die Sponsoringausgaben prüfen.

Ursprünglich sollte das Ergebnis der internen Revision erst Ende Juni vorliegen. Doch angesichts der Schwere der öffentlichen Angriffe gegen den Chef des größten Industrieunternehmens Österreichs ging es doch erheblich schneller.

Das Ergebnis der Prüfung sämtlicher Flüge im Privatjet von 2016 bis heute und des Sponsorings durch unabhängige Sachverständige im Auftrag des Aufsichtsrates entlastet den OMV-Chef vollständig. „Alle Flüge wurden völlig korrekt abgewickelt. Auch das Sponsoring von Zenit St. Petersburg.“, teilte ein Konzernsprecher am Wochenende in Wien mit.

Seele ließ im Umgang mit dem russischen Fußballklub sogar besondere Vorsicht walten. Bereits vor Vertragsabschluss sei die Vereinbarung durch einen gerichtlich beeideten Sachverständigen geprüft worden. Schon damals sei bestätigt worden, dass „Sponsoringwert und Sponsoringhöhe angemessen und marktüblich sind“, teilte das Unternehmen mit.

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    Damit ist Seele nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vollumfänglich entlastet. Der frühere Chef der BASF-Tochter Wintershall erhielt volle Rückendeckung durch das Aufsichtsgremium. „Viel Lärm um nichts“, sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Berndt der „Kronen-Zeitung“ am Wochenende. 

    Viel Lärm um nichts. Wolfgang Berndt (OMV-Aufsichtsratschef)

    Besonders erfreulich für den 59-jährigen Manager: Die Untersuchung hat das besondere Kostenbewusstsein des OMV-Vorstands unter Seeles Führung eindeutig nachgewiesen. „Dies wird insbesondere dadurch deutlich, dass die Kosten für Jetflüge um 80 Prozent im Vergleich zu früher gesenkt wurden“, sagte ein Konzernsprecher zum Untersuchungsbericht des Aufsichtsrats.

    Seele musste bei der Übernahme des Chefsessels im Jahr 2015 einen Altvertrag über die Nutzung von Privatjets von seinem Vorgänger Gerhard Roiss übernommen. Diesen Vertrag ließ Seele 2019 auslaufen. Dadurch hat der gebürtige Bremerhavener die Flugkosten im Businessbereich sogar deutlich gesenkt.

    Ungeklärt ist, wer interne Dokumente nach außen schmuggelte, um einen falschen Eindruck über das Kostenbewusstsein des CEOs zu vermitteln. Seele hatte dem Öl- und Gaskonzern angesichts des Verfalls der Rohstoffpreise und dem Einbruch der Nachfrage einen harten Sparkurs verordnet, den auch das Management zu spüren bekam.  

    Der promovierte Chemiker Rainer Seele führt die OMV mit zuletzt 23 Milliarden Euro Umsatz bereits seit fünf Jahren. 2019 wurde Seele von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte als bester Manager in Österreich ausgezeichnet. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte der Aufsichtsrat den Vertrag für den CEO des teilstaatlichen Energieriesens bis Ende Juni 2022 verlängert.

    Mehr: Teure Dienstreisen im Privatjet – Aufsichtsrat prüft OMV-Chef Rainer Seele

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