Gründershow: Die Höhle der Löwen: So viele Start-ups sind trotz Deal schon pleite
Georg Kofler, Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel (von links nach rechts) suchen nach vielversprechenden Start-ups.
Foto: Bernd-Michael Maur, TVNOWDüsseldorf. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl waren begeistert. 100.000 Euro steckten die Investoren der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ 2018 in das Start-up Kuchentratsch und bekamen dafür zehn Prozent der Anteile. Die geplanten Wachstumszahlen versprachen einen guten Deal.
Doch vier Jahre später meldete Kuchentratsch Insolvenz an. Durch den Ausbau einer 650 Quadratmeter großen Erlebnisbackstube war eine Finanzierungslücke entstanden, die auch eine Crowdinvesting-Kampagne nicht schließen konnte. „Die insgesamt angespannte Lage in der Wirtschaft hat auch uns geschadet, und die Kampagne war nicht so erfolgreich wie nötig“, berichtete Gründerin Katharina Mayer auf LinkedIn.
Kuchentratsch ist nicht das erste Unternehmen, das einen Deal von den Investoren in der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ angeboten bekommen hatte und anschließend Insolvenz anmeldete.
Es zeigt sich: In der Gründershow ausgewählt zu werden ist kein Gütesiegel – eher im Gegenteil. Nach Berechnungen der Bonitätsauskunft Creditsafe ist das Insolvenzrisiko deutlich höher als in der Wirtschaft allgemein.
Die Ausfallwahrscheinlichkeit, also das Risiko, in den kommenden zwölf Monaten pleitezugehen, liegt bei den Start-ups im Schnitt bei 2,5 Prozent. Unter allen deutschen Unternehmen beträgt dieser Wert durchschnittlich nur 1,25 Prozent.