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Einzelhandel Bei der Parfümeriekette Douglas drohen Filialschließungen

Douglas-Vorstandschefin Tina Müller kehrt nach ihrer Krankheit zurück. Doch ihr wird von den Eigentümern ein Sanierungsexperte zur Seite gestellt.
16.06.2020 - 10:59 Uhr Kommentieren
Die Parfümeriekette hat ein Netz von 2.400 Läden in Europa aufgebaut. Quelle: imago images / Markus Rinke
Douglas-Filiale in Dortmund

Die Parfümeriekette hat ein Netz von 2.400 Läden in Europa aufgebaut.

(Foto: imago images / Markus Rinke)

Düsseldorf Bei der Parfümeriekette Douglas gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass am 1. Juli die Vorstandschefin Tina Müller nach überstandener Krankheit an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Die schlechte ist, dass die Eigentümer zugleich einen Chief Restructuring Officer, also einen Beauftragten für den Umbau, in die Geschäftsführung berufen.

Michael Keppel soll diesen Job übernehmen. Er soll nach Angabe des Unternehmens ein Konzept entwickeln, um das Filialnetz von Douglas „vor dem Hintergrund eines veränderten Marktumfelds durch die Coronavirus-Pandemie zukunftsfähig aufzustellen“.

Der Aufsichtsratschef Henning Kreke lässt keinen Zweifel daran, dass damit eine Reduzierung der Zahl der Filialen verbunden sein wird. Er spricht zwar nur vorsichtig davon, das Filialnetz „aktiv zu steuern“. Doch er betont auch: „Die Coronavirus-Pandemie hat das Konsumverhalten grundlegend verändert. Ein Teil dieser Veränderung wird dauerhaft sein, was zu nachhaltigen Frequenz- und Umsatzverlusten im stationären Handel führt.“

Dass Michael Keppel in die Geschäftsführung berufen wurde, lässt aufhorchen. Denn er gilt als Sanierungsexperte für in Not geratene Firmen, nach eigenen Angaben ist er auf „Dienstleistungen des Krisenmanagements“ spezialisiert. Er ist Kooperationspartner der Kanzlei Wellensiek, die sich schwerpunktmäßig auch mit der Insolvenzverwaltung befasst.

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    Zuletzt war Keppel als Chief Restructuring Officer zum Anlagenhersteller Eisenmann gerufen worden. Dort sollte er ein Neupositionierungsprogramm erarbeiten. Doch nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt stellte er den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

    Douglas leidet darunter, dass das Unternehmen ein riesiges Ladennetz hat, rund 2400 Filialen in Europa. Obwohl sich seit Jahren abzeichnet, dass sich die Umsätze in der Parfümerie immer mehr ins Internet verschieben, hatte Tina Müllers Vorgängerin Isabelle Parize das Netz weiter ausgebaut und zusätzlich noch Filialketten in Italien und Spanien mit mehreren Hundert Geschäften übernommen.

    Müller setzt auf das Digitalgeschäft

    Als Müller am 1. November 2017 den Chefposten bei Douglas übernahm, setzte sie komplett andere Akzente. Die 51-Jährige, die vorher Marketingchefin bei Opel war, aber auch lange Jahre bei Henkel gearbeitet hatte, setzte alles auf die Digitalisierung und den Ausbau des Onlinegeschäfts.

    Sie kündigte die Schließung von 70 Filialen an, davon zehn in Deutschland. Zugleich übernahm sie beispielsweise den aufstrebenden Onlinehändler Parfumdreams. In den vergangenen zwei Jahren ist das Onlinegeschäft um 50 Prozent gewachsen.

    Deswegen war im Unternehmen auch der Schock groß, als sich Müller Mitte Mai nach einer Notoperation für unbestimmte Zeit in die Reha verabschieden musste. Vertreten wurde sie von der Digitalchefin Vanessa Stützle. Nun ist Müller schneller zurück als erwartet. Und es warten heikle Aufgaben auf sie.

    Nachdem sich Umsatz und Gewinn zuletzt gut entwickelt hatten, waren sie im zweiten Quartal eingebrochen. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um zehn Prozent auf 656 Millionen Euro, unter dem Strich steht ein Verlust von 51 Millionen Euro. Deshalb sehen die Eigentümer - 85 Prozent gehört dem Finanzinvestor CVC Capital, 15 Prozent der Gründerfamilie Kreke - jetzt wohl Handlungsbedarf.

    Auch Müller sieht offenbar, dass nun härtere Maßnahmen notwendig sind als bisher. „Unser Filialnetz muss sich wandeln, um in der neuen Realität zukunftsfähig zu sein“, betont sie. Die Coronavirus-Pandemie wirke wie ein Katalysator und weiterer Beschleuniger für den Online-Handel. Sie betont aber auch: „Nichtsdestotrotz wird die Filiale auch zukünftig eine wesentliche Säule unserer Omnichannel-Strategie sein.“

    Müller sagt, dass sie sich auf die Zusammenarbeit mit Keppel freue. „Mit Michael Keppel haben wir einen sehr erfahrenen Restrukturierungsexperten gewonnen, der zudem erhebliche Kompetenz im Einzelhandel mitbringt und als Teamplayer in anderen Konstellationen sehr erfolgreich tätig war.“

    Das Zukunftskonzept für die europäischen Filialen soll in den kommenden Monaten erarbeitet und voraussichtlich im Spätsommer vorgestellt werden. Bislang sind noch keine Entscheidungen bezüglich der konkreten Maßnahmen getroffen worden, heißt es.

    Mehr: Vanessa Stützle – das ist die Digital-Expertin an der Douglas-Spitze.

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