Fleisch-Alternativen: Rügenwalder-Mühle-Chef Michael Hähnel im Interview
„Aus Zellen gezüchtetes Fleisch ist ein wichtiges Zukunftsthema – spätestens in zehn Jahren“, ist der Chef der Rügenwalder Mühle überzeugt.
Foto: Rügenwalder MühleDüsseldorf. Die Rügenwalder Mühle ist mit Abstand Deutschlands Marktführer für vegetarische Fleischalternativen. Künftig will das Familienunternehmen aus Bad Zwischenahn auch Produkte aus kultivierten Fleischzellen anbieten. Mit dem Schweizer Food-Tech Mirai Foods soll etwa ein hybrider Burger entwickelt werden, der aus pflanzlichen Proteinen von Rügenwalder sowie kultiviertem Rinderfett besteht. „Dieser Geschmack ist mit pflanzlichen Fettalternativen bis heute nicht nachzustellen“, sagte Michael Hähnel, Chef der Rügenwalder Mühle, im Interview mit dem Handelsblatt.
„Erste Produkte werden wir aber nicht vor 2025 sehen“, erklärt Hähnel. Ohnehin ist Fleisch aus Zellkulturen in der EU noch nicht zugelassen. Von der Politik brauche es hier bessere Rahmenbedingungen und vor allem finanzielle Förderung, fordert der Chef der Rügenwalder Mühle. „Wir überlassen gerade anderen Ländern – allen voran Singapur und Israel – ein wichtiges Zukunftsfeld.“
Hähnel erwartet, dass Fleisch in Zukunft wesentlich teurer sein wird als Veggie-Ersatzprodukte. Die Rügenwalder Mühle muss schon jetzt hohe Produktionskosten weitergeben. Die Veggie-Sparte wachse aber auch in Zeiten der Inflation stärker als der Markt. Hähnel erwartet jedoch eine deutliche Konsolidierung im deutschen Markt für Fleischersatz: „Viele kleinere Marken werden die Krise wohl nicht überleben.“