„Gierflation“: Haben Nestlé und Co. ihre Preise mehr als nötig erhöht?
Düsseldorf. Die Preise im Supermarkt sind auch 2023 weiter gestiegen – und fachen die Diskussion über eine „Gierflation“ weiter an. Die Getränke von Coca-Cola kosten im globalen Schnitt inzwischen 29 Prozent mehr als 2020. Auch Henkel hat bei Marken wie Persil oder Pril in dieser Größenordnung aufgeschlagen. Bei Mondelez (Milka, Philadelphia) liegen die Preise um 28 Prozent höher und beim Maggi- und Kitkat-Hersteller Nestlé immerhin um 19 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Handelsblatts.
Bei solchen Zahlen müssen sich Produzenten von Waren des täglichen Bedarfs regelmäßig Vorwürfe der übertriebenen Preiserhöhung anhören: Sie hätten die Preise stärker erhöht, als es die gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe oder Logistik rechtfertigen, heißt es.
Edeka-Chef Markus Mosa prangerte beispielsweise offen eine „Gier“ der Markenproduzenten an. Selbst die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sagte schon im Sommer, dass einige Firmen die Preise „über den bloßen Kostendruck hinaus erhöht“ hätten.
Aber ist der Verdacht berechtigt? Haben sich Produzenten von Lebensmitteln, Kosmetik und Waschmitteln an höheren Preisen bereichert? Das Handelsblatt hat die aktuellen Geschäftsberichte von fünf führenden Konsumgüterkonzernen ausgewertet – und kommt zu überraschenden Ergebnissen.