Jahresbilanz: Probleme in Russland belasten die Metro weiter
Der Ausblick des Metro-Chefs ist nicht wirklich optimistisch.
Foto: dpaDüsseldorf. Der Handelskonzern Metro hat am Mittwochabend die Zahlen für das vierte Quartal und für das Gesamtjahr vorgelegt. „Unser Ursprung ist der Großhandel, und im Großhandel liegt unsere Zukunft. Auf dem Weg dorthin haben wir im Geschäftsjahr 2018/19 deutliche Fortschritte erzielt“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Doch die Bilanz hat nicht nur Positives zu bieten. Hier die wichtigsten Fakten:
- Der Umsatz stieg flächenbereinigt um 2,4 Prozent. Damit liegt er im oberen Bereich des Korridors der Prognose von 1 bis 3 Prozent.
- Das operative Ergebnis (Ebitda) sank um 4,2 Prozent. Das Unternehmen war von einem Rückgang zwischen zwei und sechs Prozent ausgegangen.
- Das Geschäft in Russland bleibt eine Belastung. Der Umsatz dort sank flächenbereinigt um 4,3 Prozent, das Ebitda sank von 266 auf 220 Millionen Euro.
Das fällt positiv auf
Der Umbau hin zu einem reinen Großhändler mit einem starken Fokus auf Gastronomie und Hotellerie schreitet voran und scheint erste Ergebnisse zu zeigen. Ein starkes Wachstum verzeichnet Metro in Osteuropa (ohne Russland) wo der Umsatz flächenbereinigt um 6,3 Prozent zulegte. Auch in Asien gab es ein überdurchschnittliches Wachstum von 5,3 Prozent.
Das fällt negativ auf
Metro betont in seiner Mitteilung, dass das Ergebnis je Aktie von 1,22 auf 1,44 Euro gestiegen ist. Dies konnte aber nur mit Hilfe von Immobilientransaktionen erreicht werden. Die Warenhauskette Real wird zwar schon seit längerem als nicht mehr fortgeführtes Geschäft geführt.
Doch ein Verkauf ist auch über ein Jahr nach dem Start der Verhandlungen nicht in Sicht. Wenn das nicht bald zu einem Erfolg geführt wird, könnte Metro gezwungen sein, die Verluste und das sinkende Ergebnis von Real wieder in der Konzernbilanz zu berücksichtigen.
Was jetzt passiert
Metro ist kurz davor, die Verhandlungen über den Verkauf des China-Geschäfts an Wumei erfolgreich abzuschließen. Dies stärkt weiter den Fokus auf den Großhandel, weil in den Märkten in China auch viele Privatpersonen einkaufen. Außerdem erwartet Metro aus dieser Transaktion einen Mittelzufluss von einer Milliarde Euro.
Der Ausblick für das kommende Jahr ist nicht wirklich optimistisch. So erwartet Metro nur ein stagnierendes Ergebnis. Belastend dürften sich Restrukturierungskosten für den Konzernumbau sowie ein erwarteter Ergebnisrückgang im wichtigen Russlandgeschäft auswirken. Noch nicht einmal eingerechnet sind dabei die Kosten in Höhe von 60 bis 80 Millionen Euro für ein jüngst angekündigtes Sparprogramm.
Mehr: Metro hat die Gespräche über den Real-Verkauf mit dem Investor Redos beendet. Nun wird exklusiv mit dem Immobilienunternehmen X+Bricks verhandelt. Profiteur davon ist Konkurrent Kaufland.