Media-Markt und Saturn: Ferran Reverter Planet soll Ceconomys Retter in der Not werden
Der Spanier hat sein gesamtes Berufsleben in dem Konzern verbracht. Nun könnte er das Weihnachtgeschäft, und damit den gesamten Elektronikhändler retten.
Foto: HandelsblattDer Vorstandsvorsitzende geschasst, der Finanzchef auf Abruf – der Elektronikhändler Ceconomy steht seit dem Wochenende ohne Führungsspitze da. Für einen ist diese schwierige Situation allerdings die Chance seines Lebens. Der Aufsichtsrat hat Ferran Reverter Planet, 45, damit beauftragt, das operative Geschäft des Konzerns zu führen, also die Elektronikketten Media-Markt und Saturn.
Angesichts katastrophaler Zahlen hatten die Aufseher den langjährigen CEO Pieter Haas in der Nacht zum Samstag entlassen. Finanzchef Mark Frese muss ebenfalls gehen, bleibt aber noch so lange im Amt, bis eine neue Führungsspitze gefunden ist.
Der Betriebswirt Reverter Planet hat demnach nicht viel Zeit, große Zukunftspläne auszuarbeiten. Bereits in ein paar Wochen beginnt das Weihnachtsgeschäft, die wichtigste Zeit des Jahres für Europas größten Elektronikhändler. Der große Vorteil des Spaniers: Er muss sich nicht einarbeiten.
Der Absolvent der IESE Business-School in Navarra hat sein gesamtes Berufsleben in dem Konzern verbracht. Fünf Jahre lang führte er eine Filiale. Anschließend stieg er im Management der spanischen Landesgesellschaft auf, die er ebenfalls fünf Jahre leitete. Vor knapp vier Jahren ernannte ihn Haas zum Chief Operating Officer.
Analysten zeigten sich zufrieden mit seiner Ernennung. Der Wechsel an der Firmenspitze sei ein konsequenter Schritt und der beste Weg, um Vertrauen zurückzugewinnen, urteilte Volker Bosse von der Baader Bank. Es bleibe jedoch die Unsicherheit, wohin Ceconomy strategisch hinsteuere.
Dass Reverter Planet langfristig auf den Chefposten von Ceconomy vorrückt, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen kündigte an, einen „Suchprozess“ für neues Spitzenpersonal in die Wege zu leiten. Die Börse aber traut Reverter Planet einiges zu: Der Aktienkurs legte am Montag um rund vier Prozent zu, damit war Ceconomy größter Gewinner im SDax.
Und wer weiß: Gelingt dem Spanier die Wende, wäre das doch die beste Empfehlung.