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Mutli-Unternehmer Daniel Kretinsky, der tschechische Milliardär, der in Metro investiert

Braunkohle, Energie, E-Commerce: Das Reich des Metro-Investors Daniel Kretinsky ist unübersichtlich. Trotzdem könnte sein Einstieg für den Konzern Sinn ergeben.
30.08.2018 - 19:11 Uhr Kommentieren
In seinem Nobel-Büro hängt ein Kokoschka. Quelle: Rudolf Wichert für Handelsblatt
Daniel Kretinsky

In seinem Nobel-Büro hängt ein Kokoschka.

(Foto: Rudolf Wichert für Handelsblatt)

Wien An einem schöneren Ort kann man in Prag nicht über neue Geschäfte nachdenken. In einem renovierten Prachtbau an der Pařížská Straße lenkt der tschechische Jungmilliardär Daniel Kretinsky seinen Konzern Energeticky a myslovy Holding (EPH).

Das Büro zwischen Luxusläden soll jedem Besucher zeigen, dass es dem 43-Jährigen an Geld nicht mangelt. Der Einkaufsboulevard Pařížská ist die nobelste Adresse des Landes.

Der Mann kann sich einiges leisten - auch den Einstieg beim Handelskonzern Metro. Ein Aktienpaket des Metro-Anteilseigners Haniel hat sich Kretinsky schon gesichert, auf ein weiteres besitzt er eine Option. Darüber hinaus verhandelt Kretinsky mit der mit Metro verflochtenen Elektronikhandels-Holding Ceconomy über den Kauf ihres Metro-Anteils von knapp neun Prozent.

Damit könnte der Milliardär bald mehr als 30 Prozent der Aktien halten. Dann müsste er ein Übernahmeangebot für den gesamten Handelskonzern abgeben, der im Wesentlichen aus den gleichnamigen Großhandelsmärkten und der Supermarktkette Real besteht.

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    Kretinskys Vehikel für den Einstieg ist EP Global Commerce. An der Holding hält er mit 53 Prozent die Mehrheit. Die restlichen Anteile besitzt sein langjähriger Geschäftspartner Patrik Tkác. Früher führten Kretinsky und Tkác gemeinsam die Firmen J & T und EPH. Die beiden vertrauen sich blind.

    Kretinsky hat den Handel als strategisches Feld ausgemacht. Die Digitalisierung pflügt die Branche um, mit Amazon und Start-ups wie dem niederländischen Picnic entstehen neue Konkurrenten im Lebensmittelhandel. Auch der aus Brünn stammende Unternehmer kennt sich im E-Commerce aus, sein Engagement bei Metro ist das erste im stationären Handel.

    Der Düsseldorfer Konzern, dessen bisherige Onlineaktivitäten etwa bei real.de als wenig wegweisend gelten, könnte von der Digitalerfahrung der Tschechen profitieren. Zusammen mit Tkác hält er 40 Prozent an der Mall.cz-Gruppe, mit 600 Millionen Euro Umsatz zweitgrößtes Onlinekaufhaus Tschechiens. Weitere 40 Prozent besitzt Petr Kellner, der reichste Tscheche. Mit Kellners 22-jähriger Tochter Anna ist Kretinsky seit 2017 liiert.
    Geschäfte mit Braunkohle.

    Der Tscheche ist Sohn eines Informatikprofessors und einer Verfassungsrichterin, selbst hat er in seiner Heimatstadt Brünn Jura studiert und darin auch promoviert. Er zählte mit einem geschätzten Vermögen von 2,6 Milliarden US-Dollar laut „Forbes“ schon vergangenes Jahr zu den zehn reichsten Menschen seines Landes.

    An der Wand in seinem Büro hängt moderne Kunst, etwa ein Oskar Kokoschka, ein Expressionist, der sich selbst gern als Bürgerschreck gab. Kretinsky ist das genaue Gegenteil. Immer im teuren Maßanzug, die Haare kurz geschoren, wirkt der Mann stets wie die Seriosität in Person.

    Kretinsky versucht mit dem Metro-Deal, einen zweiten Pflock in Deutschland einzuschlagen. Im Strommarkt ist ihm das mit seinen Investments in die Braunkohle bereits gelungen. Vor zwei Jahren erst kaufte er in der Lausitz die Braunkohleaktivitäten von Vattenfall. „Braunkohle ist die ideale Brückentechnologie. Deutschland kann seinen Strom nicht nur mit erneuerbaren Energien produzieren“, sagte Kretinsky damals dem Handelsblatt.

    EPH zahlte zwar nur einen symbolischen Preis von einem Euro, während Vattenfall die Tochter mit Barmitteln von 1,7 Milliarden Euro ausstattete. Im Gegenzug übernahm EPH aber die Verantwortung für Rekultivierung, Altersversorgung und andere Verpflichtungen. Zuvor schon hatte EPH in Deutschland das Bergbauunternehmen Mibrag mit Sitz in Zeitz sowie die Helmstedter Revier GmbH (HSR) mit dem Kraftwerk Buschhaus.

    Von den 25 000 Beschäftigen der EPH arbeiten allein in Deutschland 10 000. Der Konzern mit Kraftwerken und Infrastruktur in Osteuropa, aber auch Italien und Großbritannien erzielte 2017 Erlöse von über sechs Milliarden Euro.

    Kretinsky scheut die Öffentlichkeit. Interviews gibt er extrem selten, auch in dieser Woche lehnte er eine Anfrage ab. Damit sich seine Investition in den kriselnden Metro-Konzern rentiert, muss der Tscheche aber bald Taten sprechen lassen.

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