Otto gegen Home24: Der heimliche Onlineriese im Möbel-Geschäft
Die Probleme der Otto-Gruppe liegen abseits des Versandhandel-Kerngeschäfts.
Foto: dpaHamburg. Alexander Birken reichen zwei Wörter, um in Fahrt zu kommen: Home 24. Der Online-Möbelhändler aus dem Rocket-Internet-Reich ist für den Vorstand der Hamburger Otto-Gruppe so etwas wie ein rotes Tuch. Denn die Berliner bekommen die Anerkennung als Pionier im Möbelversand, die Birken gern hätte.
Birken ist bei Otto verantwortlich für das Kerngeschäft: für den traditionsreichen Allzweckversender Otto, für die günstige Modelinie Bonprix sowie für die Modeversender Baur und Witt. Stabilität bei diesen Traditionsmarken, die knapp die Hälfte zum Konzernumsatz von zwölf Milliarden Euro beitragen, ist für die Otto-Gruppe in diesem Jahr wichtiger als sonst: Der Konzern hat viele Baustellen und will sich aus der Verlustzone kämpfen.
Möbel könnten bei dieser Lage zum Symbol der Stärke des deutschen Versandpioniers werden – und für den gelungen Wandel vom trägen Katalogversender zum schnellen Internethändler, der weltweit die Nummer zwei ist hinter Amazon. Wäre da nicht die freche Konkurrenz.
Birken hält mit Zahlen dagegen: Eine Milliarde Umsatz mache die Gruppe online mit Wohnartikeln allein in Deutschland, sagt er. Home 24 dagegen kam 2014 gerade mal auf 160 Millionen Euro – und bewegt sich damit in ähnlicher Größenordnung wie das deutsche Onlinegeschäft von Ikea.