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Schienenverkehr Ruhe- und Arbeitszonen, modernes Design: Deutsche Bahn wertet ihre Lounges auf

Die neuen Lounges sind Teil der Serviceoffensive der Deutschen Bahn, um mehr Passagiere an sich zu binden.
09.06.2021 - 08:00 Uhr Kommentieren
Der moderne Look der neuen Lounges ist von Holz geprägt. Quelle: DB/GuentherBauer
DB Lounge Weitblick

Der moderne Look der neuen Lounges ist von Holz geprägt.

(Foto: DB/GuentherBauer)

Frankfurt Wer als Vielfahrer am Frankfurter Flughafen-Bahnhof auf seinen Zug wartet, kann sich künftig auf mehr Komfort freuen. An diesem Mittwoch öffnet die neue DB Lounge am Fernbahnhof ihre Türen – wegen der Corona-Pandemie noch ohne Verpflegung. Das soll sich bald ändern: „Sobald es die Corona-Vorgaben zulassen, wird es hier auch Getränke geben“, sagt Chiara-Victoria Kopp, die Leiterin aller Lounges der Deutschen Bahn.

30 Millionen Euro investiert der Schienenkonzern bis 2024, um die „Aufenthaltsräume“ für die Topkunden zu modernisieren. Es ist eine dringend notwendige Renovierung. Gestreifte Teppiche und rote Ledersessel – das Interieur der bestehenden Lounges ist in die Jahre gekommen. 20 Jahre gibt es die DB Lounges mittlerweile. „Die Bedürfnisse der Gäste haben sich über die Jahre verändert“, räumt Kopp ein.

Manche Location wirkt allein schon wegen der beengten Räume wenig einladend. Am Berliner Hauptbahnhof etwa kann die DB Lounge kaum mit dem repräsentativen Gebäude mithalten. In dem schmalen Schlauch stehen sich die Fahrgäste häufig im Weg. Noch in diesem Jahr sollen hier die Umbauarbeiten beginnen. Seit dem 1. Mai gibt es nicht weit davon entfernt eine separate Premium-Lounge für die Kunden der ersten Klasse, die erste im neuen Design in Deutschland.

Die Investition in die neuen Aufenthaltsräume sind Teil einer Serviceoffensive des Bahn-Konzerns. Die Bahn hat von ihrem Eigner, dem Bund, die Vorgabe, die Zahl ihrer Fahrgäste im Fernverkehr auf 260 Millionen pro Jahr zu verdoppeln. Dazu braucht es mehr Züge und ein größeres Netz, aber auch das Angebot und die Servicequalität müssen stimmen.

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    Das Management setzt dabei stark auf die Digitalisierung. Die Kunden sollen künftig immer mehr mobil über die App DB Navigator erledigen können. Mittlerweile werden schon die meisten Tickets darüber gekauft. Der Kunde kann selbst am Platz einchecken, und die Fahrkarte muss so nicht mehr kontrolliert werden. In wenigen Wochen soll es zudem möglich sein, Erstattungen bei Verspätungen und Zugausfällen digital über die App zu beantragen.

    Fahrgastverband begrüßt die Investition in die Lounge

    Für den Fahrgastverband Pro Bahn gehören moderne Lounges zu einem guten Service dazu. Das sei ein klares Signal an die Vielfahrer, die Bahn weiterzunutzen, was mit Blick auf die ehrgeizigen Klimaziele wichtiger denn je sei, sagt Karl-Peter Naumann, der Ehrenvorsitzende des Verbandes.

    Im Schnitt würde sich jeweils ein Drittel der Kunden wegen des Preises, der Zeit und des Komforts für ein Bahnticket entscheiden. „Die Bahn hat unterschiedliche Kundengruppen. Und als Platzhirsch muss sie für alle auch entsprechende Angebote haben“, so Naumann. „Außerdem lässt eine schöne Lounge manches vergessen, was noch nicht so gut bei der Bahn läuft.“

    Das Modernisierungsprogramm wurde 2017 gestartet. Vorausgegangen waren Marktanalysen. Kunden wurden befragt, die Bahn schaute sich an, was andere Lounge-Betreiber machen. Nürnberg wurde zum „Testfeld“, denn dort entstand die erste DB Lounge im neuen Design. „Wir haben geschaut, wie die Reaktionen der Kunden sind, wo man noch was verändern muss, bis das Konzept stand“, beschreibt Lounge-Leiterin Kopp das Vorgehen.

    Das Ergebnis können die Vielfahrer nun am Frankfurter Flughafen in Augenschein nehmen. Es ist viel Holz zu sehen, Naturbilder schmücken die Wände – sogar in den Toiletten. Lärm von außen ist nicht zu hören. An einem großen Desk werden die Gäste begrüßt. Im Hintergrund prangt eine Zeichnung mit der Skyline von Frankfurt, dem Flughafen und dem ICE-Fernbahnhof. „In jeder Lounge wird der Gast künftig ein solches Bild mit den Wahrzeichen der jeweiligen Stadt finden“, sagt Kopp.

    Eine Zone ähnelt einem Bistro mit kleinen Tischen. Quelle: DB/GuentherBauer
    DB Lounge Bistro

    Eine Zone ähnelt einem Bistro mit kleinen Tischen.

    (Foto: DB/GuentherBauer)

    Die Lounge selbst hat drei Zonen. Eine ähnelt einem Bistro mit kleinen Tischen. Hier befindet sich die Selbstbedienungszeile, wo sich die Kunden kalte und heiße Getränke und eine Suppe holen können – wenn die Pandemievorgaben es wieder zulassen. „Hier darf es auch mal etwas lauter sein“, sagt Kopp. Dann gibt es einen Arbeitsbereich mit Stehtischen, einigen Telefonnischen sowie Sitzgelegenheiten. Überall befinden sich Steckdosen oder USB-Anschlüsse, um mobile Geräte laden zu können.

    Der dritte Bereich ist zum Entspannen. Alles ist gedämmt, große und moderne Ohrensessel sollen ein bisschen Privatatmosphäre schaffen. „Wir haben bei Befragungen festgestellt, dass die Kunden mit unterschiedlichen Bedürfnissen in die Lounges kommen. Das wollten wir von Beginn an in den Planungen berücksichtigen“, sagt Kopp.

    Wer sich informieren möchte, kann das an Bildschirmen oder mit den ausgelegten Zeitungen tun. Zudem überlegt das Bahn-Team, ob es die Unterhaltungsprogramme des ICE-Portals nicht auch in den Lounges zur Verfügung stellen kann. „Das ist aber noch nicht entschieden“, sagt Kopp. Zugang zu den Comfort-Lounges haben Kunden mit einem gültigen Erste-Klasse-Ticket (Flexpreis), Bahncard-100-Besitzer und wer eine Bahn-Comfort-Karte sein Eigen nennen kann.

    Die Ohrensessel sollen ein bisschen Privatatmosphäre schaffen. Quelle: DB/GuentherBauer
    DB Lounge Sessel

    Die Ohrensessel sollen ein bisschen Privatatmosphäre schaffen.

    (Foto: DB/GuentherBauer)

    Bis zum Ausbruch der Pandemie nutzten jährlich 4,3 Millionen Reisende die 15 Lounges des Schienenkonzerns, 60 Prozent davon vor Reiseantritt, 30 Prozent danach. „Zu Stoßzeiten sind unsere Lounges immer gut gefüllt, deshalb haben wir davon abgesehen, den Zugang auch für die Nichtvielfahrer über den Kauf etwa eines Vouchers zu ermöglichen“, so Kopp: „Es soll ein Angebot für unsere treuen Kunden sein und bleiben.“

    Deutsche Bahn kooperiert mit der Lufthansa

    Die Lounge am Frankfurter Flughafen ist die vierte im neuen Design. Dass sie zu den ersten zählt, die modernisiert wurden, hat einen Grund. Die Bahn und die Lufthansa wollen am größten Drehkreuz Deutschlands ihre Kooperation ausbauen. Aus den bisher 17 Städten, die von hier aus mit dem Zug erreicht werden können, sollen im zweiten Halbjahr 22 Städte werden. Dort wo es möglich ist, sollen Kurzstreckenflüge durch den Zug ersetzt werden. So kann man demnächst aus München und Hamburg mit dem Lufthansa Rail Express zum Flughafen in der Mainmetropole reisen. „Viele dieser Kunden nutzen unsere Lounge“, sagt Kopp.

    Ein Arbeitsbereich mit Stehtischen in der modernisierten Lounge. Quelle: DB/GuentherBauer
    DB Lounge Arbeitsplätze

    Ein Arbeitsbereich mit Stehtischen in der modernisierten Lounge.

    (Foto: DB/GuentherBauer)

    Für eine eigene Premiumlounge hat es am Frankfurter Flughafen allerdings nicht gereicht. Dazu fahren hier zu wenige Kunden mit einem Erste-Klasse-Ticket. Doch das kann sich in Zukunft ändern. „Wir prüfen regelmäßig, welche Kunden wo fahren, und passen unsere Lounge-Konzepte dann an“, sagt Kopp. Sie nennt ein Beispiel: „Statt wie bisher fünf Premium-Lounges wird es künftig sieben geben. Die DB Lounges in Hannover und Mannheim werden um einen Premium-Bereich erweitert.“

    Auch die Lounge am Frankfurter Hauptbahnhof – einem der wichtigsten „Drehkreuze“ des Schienenkonzerns – wird bald modernisiert und im Zuge des Umbaus erweitert. Sowohl die Comfort- als auch die Premium-Lounge sollen hier mehr Platz bekommen. „Mit rund 1000 Quadratmetern ist das dann unsere größte DB Lounge“, sagt Kopp.

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