Signa: Baubranche fürchtet Folgeinsolvenzen
Berlin. Düsseldorf. Seinen Verdruss adressierte Alexander Kappes an den Signa-Chef persönlich. „Sehr geehrter Herr Benko“, schrieb der Wirtschaftsingenieur im Oktober 2023, „unser Team brennt für das Projekt Femina-Palast in Berlin und die gemeinsame Aufgabe! Nur leider können wir ohne Geld nicht arbeiten.“
Etwa 470.000 Euro schuldete René Benkos Signa dem Stuttgarter Familienunternehmen Kappes ipg zum Zeitpunkt der Brandmail. Das Ingenieurbüro hatte sich im Auftrag von Benko und der Immobiliengesellschaft unter anderem darum gekümmert, dass die Arbeiten auf der Baustelle des Femina-Palasts im Berliner Westen reibungslos ablaufen.
Nach Signa-Pleite wächst die Unsicherheit in der Baubranche
Kappes Firma hatte ihren Teil des Vertrags erfüllt. Die Rechnungen blieben aber offen. Seit September 2023 zahlt Signa kein Geld mehr an das Ingenieurbüro aus. Mittlerweile hat die Projektgesellschaft hinter der Baustelle Femina-Palast Insolvenz angemeldet.
Geschäftsführer Alexander Kappes klagt: „Die unbezahlten Rechnungen schmerzen uns. Im schlimmsten Fall haben wir so viel Geld verloren, wie ich normalerweise mit meinen 60 Mitarbeitern in einem Jahr verdiene.“
Kappes Unmut teilen viele seiner Kollegen in der Baubranche. Vom Abbruchspezialisten über den Fensterbauer bis zum Fliesenleger – Bauunternehmer in ganz Deutschland haben offene Rechnungen bei Signa ausstehen. Teils gehen die Beträge in die Millionen.