Supermarkt: Wie der Schnäppchen-Boom Händlern und Herstellern schadet
Immer mehr Produkte werden gerade als Sonderangebot verkauft.
Foto: E+/Getty ImagesDüsseldorf. Im Supermarkt sind Produkte so häufig im Sonderangebot wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zuletzt erzielten Hersteller von Waren des täglichen Bedarfs 20,1 Prozent ihres Umsatzes mit preisreduzierter Ware. Drei Jahre zuvor waren es nur 16,4 Prozent. Bei Markenherstellern liegt der Anteil sogar bei über 27 Prozent, zeigen Zahlen des Marktforschers GfK für das Handelsblatt.
Bei einzelnen Produkten wie Kaffee, Joghurt oder Fischstäbchen werden gerade acht von zehn Packungen im Angebot verkauft. Es klingt im ersten Moment paradox, doch die Rabattschlacht ist eine Reaktion der Branche auf die zuvor erfolgten drastischen Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Diese verteuerten sich nach Daten des Statistischen Bundesamts im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 Prozent.
Die Folge ist ein geändertes Konsumentenverhalten: Immer öfter greifen die Menschen zu den preiswerten Eigenmarken der Supermarktketten. Um ihre Marktanteile zu halten, müssen die Markenhersteller nun auf breiter Front ihre Preise senken.
Im Schnitt kosten Markenprodukte in der Aktion etwa 40 Prozent weniger als normal, hat die Preisvergleichs-App Smhaggle für das Handelsblatt ermittelt. „Händler können mit Markenartikeln zu günstigen Preisen Kunden in ihre Läden ziehen – und Hersteller kurbeln damit ihren Absatz an und versuchen, ihre verlorenen Marktanteile wiederzugewinnen“, sagt Hermann Sievers von der Beratung SMK Consult.