USA: Wie Trumps Zölle einen deutschen Laden in San Francisco bedrohen
San Francisco. „Lehr’s Specialties“ ist eine Institution in San Francisco. Das Lebensmittelgeschäft im südlichen Stadtteil Noé Valley hat sich auf deutsche Produkte wie Spezi, Ritter-Sport-Schokolade oder Leberwurst spezialisiert. Amerikaner wie deutsche Auswanderer wissen das Sortiment seit über 50 Jahren zu schätzen.
Doch seit dem Frühjahr hat Hannah Seyfert, die Besitzerin, ein wachsendes Problem: die Zölle, die US-Präsident Donald Trump auf Importe aus der Europäischen Union einführte. Zunächst waren es zehn Prozent, seit 1. August werden 15 Prozent fällig. Die Abgaben treffen das Geschäftsmodell von Lehr’s Specialties besonders hart, da Seyfert nicht auf US-Produkte ausweichen kann.
Was für viele Amerikaner wie Deutsche bislang ein abstraktes Thema aus den Nachrichten blieb, manifestiert sich in ihrem Alltag als Kleinunternehmerin. In Paletten, die nicht mehr durch die Ladentür passen, oder in der Frage, wie viel ein Glas Löwensenf kosten darf, bevor selbst die treuesten Kunden auf Alternativen ausweichen. Einer von Seyferts Lieferanten ging infolge des Zolldrucks bereits pleite.