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WelthandelIfW: Gravierender Containerschiff-Stau in der Nordsee

Fast 11 Prozent aller verschifften Waren weltweit stecken in Häfen fest. Besonders in der Nordsee staut es sich wieder zunehmend – Besserung ist bisher nicht in Sicht. 06.09.2022 - 12:55 Uhr Artikel anhören

Ein Containerschiff liegt neben anderen Frachtern vor Anker in der Nordsee. Dutzende Schiffe warten auf ihre Abfertigung.

Foto: dpa

Kiel. Der Stau von Containerschiffen in der Deutschen Bucht löst sich nach Beobachtungen des Kiel Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) nicht auf – und ist zuletzt sogar wieder gewachsen. „Lieferengpässe und Staus in der Containerschifffahrt verfestigen sich und belasten den weltweiten Warenaustausch“, berichtete der IfW-Ökonom Vincent Stamer im jüngsten „Kiel Trade Indicator“ vom Dienstag. „In der deutschen Bucht warten wieder mehr Containerschiffe als noch vor 14 Tagen.“

Nach IfW-Berechnungen stecken derzeit weltweit rund elf Prozent aller verschifften Waren in Staus vor wichtigen Containerhäfen fest. Dabei sei in den beobachteten Wartebereichen „erstmals der Stau in der Nordsee am gravierendsten“, so das Kieler Institut.

Deutlich über zwei Prozent der globalen Frachtkapazität stünden dort still und könnten weder be- noch entladen werden. Alleine in der Deutschen Bucht warten demnach derzeit 19 Containerschiffe auf Löschung ihrer Waren, zwei mehr als noch vor zwei Wochen.

Zudem schnelle die Warteschlange vor den US-Bundesstaaten South Carolina und Georgia in die Höhe, berichtete IfW-Forscher Stamer. Dort liegt der wichtige Containerhafen Savannah. „Vor Chinas Häfen sind die Staus zyklisch bedingt rückläufig.“

Mehr als 90 Prozent aller Güter werden weltweit per Schiff transportiert. Jedoch ist die Containerschifffahrt seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren zunehmend aus dem Takt geraten. Dadurch wirken sich Störungen stärker auf die Pünktlichkeit der Schiffe aus – etwa Lockdowns in einzelnen Häfen, eine Havarie wie die der „Ever Given“ im Suezkanal oder Arbeitskämpfe wie zur Zeit im größten englischen Containerhafen Felixstowe.

dpa
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