Industrie und Rohstoffe: Zusätzliche Preissteigerung um 30 Prozent bis Jahresende: Wie Holz und andere Rohstoffe noch teurer werden
Die globale Nachfrage nach Holz steigt enorm an. Dadurch ergeben sich Chancen für Anleger.
Foto: action pressDüsseldorf. Der deutschen Wirtschaft drohen weitere massive Einschränkungen durch Materialknappheit sowie Belastungen durch steigende Preise für Rohstoffe und Vorprodukte. Noch vor wenigen Wochen hatten die produzierenden Firmen mit einer Entspannung auf den Beschaffungsmärkten im zweiten Halbjahr 2021 gerechnet. Doch die zeichnet sich bei vielen wichtigen Produkten noch nicht ab.
Europaweit rechnen Industriebetriebe mittelfristig nicht mit einem Ende der Preisspirale. Ob Holz, Stahl oder Kunststoff, Gas oder Methanol – bei nahezu allen Rohstoffgruppen gehen die Unternehmen von weiteren Preissteigerungen im zweistelligen Bereich aus. Das zeigt eine Umfrage unter 1000 europäischen Unternehmen, die von der Stuttgarter Beratungsgesellschaft Horvath Anfang Juli erstellt wurde und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Leere Lager, ein eingeschränktes Angebot und eine anhaltend hohe Nachfrage führten zur langfristigen Überstrapazierung der Rohstoffmärkte – so lautet das Fazit der Studie. Dies wird durch die Lage in mehreren wichtigen Grundstoffindustrien bestätigt. So sind die Preise für Chemikalien und Kunststoffe weiterhin auf höchstem Niveau.
Die Situation ist noch immer eine Folge der Corona-Pandemie, als die internationalen Lieferketten gestört und erst nach und nach wieder aufgebaut wurden. Dazu kamen Winterstürme in den USA, die ganze Produktionsketten etwa in der Chemie lahmlegten. Dann kamen auch noch logistische Probleme wie der Stau im Suezkanal dazu.