„Big Four“: Consulting beschert Wirtschaftsprüfern neuen Wachstumsschub – KPMG schließt zu EY auf
Die großen Wirtschaftsprüfer verlagern ihren Fokus immer mehr auf die Beratung.
Foto: Getty Images (2), ddp, MauritiusFrankfurt. Nach einer pandemiebedingten Schwächephase sind die vier führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgruppen in Deutschland auf einen deutlichen Wachstumskurs zurückgekehrt. Von einer drohenden Rezession ist in den aktuellen Zahlen und Prognosen von PwC, EY, KPMG und Deloitte wenig zu erkennen. Der steigende Beratungsbedarf der Unternehmenskunden in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung verspricht auch für 2023 deutliche Umsatzsteigerungen.
Diesen Trend bestätigte ebenso KPMG, die am Donnerstag als letzte der vier führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt hat. In dem Zeitraum bis Ende September steigerte das Unternehmen die Gesamtleistung in Deutschland um neun Prozent auf 2,17 Milliarden Euro. Ins neue Geschäftsjahr ist die Gruppe nach eigenen Angaben mit zweistelligem Wachstum gestartet.
KPMG ist damit vor Deloitte weiterhin Nummer drei unter den „Big Four“ und konnte ihren Rückstand auf den Branchenzweiten EY verringern. Der vom Wirecard-Skandal erschütterte Konkurrent hatte am Montag eine Gesamtleistung von 2,28 Milliarden Euro vermeldet.
Umsatzanteil der Prüfung sinkt auf 30 Prozent
Auch bei KPMG wurde das Geschäft maßgeblich von den Aktivitäten in der Unternehmensberatung angetrieben. In diesem Bereich legte die Gruppe um kräftige 17 Prozent auf 906 Millionen Euro zu. Alle vier großen Wirtschaftsprüfer konnten damit zweistelliges Wachstum in dem Bereich erzielen, wobei Deloitte mit 35 Prozent Zuwachs mit Abstand die höchste Dynamik an den Tag legte.