Biotechnologie: Neue Therapie bei Herzinfarkt und Blutvergiftung
Frankfurt. Bei der Arbeit von Andreas Bergmann geht es um Leben und Tod. Um die Frage, wie man verhindern kann, dass Menschen an den Folgen eines Schocks versterben. Eines kardiogenen Schocks, der durch einen Herzinfarkt ausgelöst werden kann. Oder eines septischen Schocks – als Folge einer Blutvergiftung.
Der Biochemiker Bergmann hat ein bestimmtes Enzym im Blut als eine wesentliche Ursache für den Tod durch einen Schock identifiziert. Und er hat mit seiner Firma 4Teen4 Pharmaceuticals ein Medikament entwickelt, das dieses Enzym neutralisiert. In ein paar Jahren, so seine Vision, soll dieses Mittel auf Intensivstationen zum Therapiestandard gehören.
„Mich hat bei meiner Arbeit schon immer der Wunsch angetrieben, die Sterblichkeit von Menschen zu reduzieren. Ich möchte etwas entwickeln, das einen echten klinischen Nutzen hat“, sagt der 62-Jährige über sich.
Jedes Jahr sterben in Deutschland 100.000 Menschen an den Folgen eines septischen Schocks. Und nach einem Herzinfarkt tritt bei etwa zehn Prozent der Patienten ein kardiogener Schock auf. Rund die Hälfte von ihnen stirbt dann an Organversagen, weil das Herz nicht mehr genug Kraft hat, die Organe ausreichend mit Blut zu versorgen.