Continental: CEO Nikolai Setzer scheitert an Sanierung
Düsseldorf. Es ist eine vernichtende Analyse, die der Vermögensverwalter Bernstein Ende Juni veröffentlichte. „Wir sehen keinerlei Hinweise, dass Continental eine wichtige Rolle in künftigen Wachstumsfeldern wie dem automatisierten Fahren oder High-Performance-Computern im Auto spielen wird“, heißt es darin. Oder: „Seit Jahren steigen die Restrukturierungskosten ohne Fortschritte beim Gewinn pro Mitarbeiter.“
Nach 67 Seiten ist das Fazit der Bernstein-Analysten hart: Wenn Vorstandschef Nikolai Setzer nicht bald die Wende schafft, wird der Dax-Konzern im Automobilmarkt der Zukunft nicht mehr von Bedeutung sein.
Am Montag hat Continental nun selbst eingestanden, dass man in der bisherigen Form die Herausforderung wohl nicht meistern kann: Der Vorstand prüft die Abspaltung der Automotive-Sparte, die für rund die Hälfte des Umsatzes steht.
Continental-Chef Nikolai Setzer wird intern kritisch gesehen
Darin bündelt Conti sein Zukunftsgeschäft: Entwickelt und produziert werden dort etwa Sensorik, Hochleistungsrechner und Software für das automatisierte Fahren und Infotainmentsysteme, elektronische Bremslösungen sowie wichtige Software-Bestandteile für Auto-Betriebssysteme.
Die Abspaltung würde das Ende von Continental als Systemzulieferer, der die Autohersteller mit einer ganzen Bandbreite an Produkten versorgt, einleiten. In den vergangenen 20 Jahren hatte sich der damalige Reifenhersteller mit zahlreichen, teilweise milliardenschweren Übernahmen zu einem Zuliefergiganten entwickelt, der es mit Konkurrenten wie Bosch oder ZF aufnehmen konnte. Nach der Abspaltung bestünde der Konzern wieder nur noch aus dem Reifen- und Industriegeschäft.