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DüngemittelindustrieRohstoffkonzern K+S schlägt deutlichen Sparkurs ein – 260 Jobs fallen weg

Der Düngemittelhersteller streicht 260 Stellen und plant Kostenverbesserungen in allen Bereichen. Die Organisationsstruktur soll komplett verändert werden.Maike Telgheder 05.09.2018 - 18:27 Uhr Artikel anhören

Das Unternehmen will eine Kostenreduktion von 30 Millionen Euro erreichen.

Foto: dpa

Frankfurt. Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S plant im Zuge seiner Neuausrichtung eine deutliche Kostensenkung inklusive Stellenabbau. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Burkhard Lohr auf einer Analystenkonferenz in Kanada an.

Kurzfristig will das Unternehmen aus Kassel damit sicherstellen, dass das ausgegebene Gewinnziel für dieses Jahr trotz aller operativen Hindernisse erreicht wird. Zudem möchte sich K+S mit der Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie grundsätzlich effizienter aufstellen.

Kurzfristig verhängt das K+S-Management einen Einstellungsstopp und drückt die Ausgaben für Dienstreisen und Weiterbildung bis Jahresende. Die langfristigen Maßnahmen, mit denen sich das Unternehmen im Rahmen seiner neuen Strategie „Shaping 2030“ in Form bringen will, verändern Strukturen und Arbeitsabläufe und kosten in der weltweiten Verwaltung rund zehn Prozent der Arbeitsplätze. Das sind rund 260 Stellen. Insgesamt beschäftigt K+S weltweit 15.000 Mitarbeiter.

Mehr als 150 Millionen Euro an Synergien ab Ende 2020, das hatte CEO Burkhard Lohr im vergangenen Herbst wenige Monate nach seinem Amtsantritt versprochen. Das Effizienzprogramm ist ein wichtiger Teil der neuen Unternehmensstrategie, mit der Lohr das Unternehmen zukunftsfest machen will.

Dabei wird die Organisationsstruktur vollkommen verändert: Bisher basiert K+S auf den beiden Säulen Kali- und Magnesiumprodukte einerseits und Salz andererseits. Künftig wird die Organisation nach den vier großen Kundengruppen Landwirtschaft, Industrie, Verbraucher und Gemeinden ausgerichtet. Da diese Kundengruppen in der Vergangenheit aus beiden Geschäftsfeldern bedient wurden, sollen Abläufe optimiert und Doppelarbeit abgeschafft werden.

Von dem Sparprogramm inklusive Stellenabbau in der Verwaltung erwartet K+S eine Kostenreduktion von 30 Millionen Euro. Betroffen ist davon nicht nur der Hauptsitz des Unternehmens im hessischen Kassel, sondern auch andere große Verwaltungsstandorte in Chicago und Santiago de Chile.

Wie ein K+S-Sprecher dem Handelsblatt sagte, solle die Zahl betriebsbedingter Kündigungen so niedrig wie möglich gehalten werden. Den Großteil des Stellenabbaus wolle das Unternehmen über Fluktuation und das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern erreichen.

Wie viele Stellen konkret in Deutschland wegfallen, gab K+S nicht bekannt. Man sei noch in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern, so der Sprecher. Klar ist aber bereits, dass der Verwaltungsstandort des Salzgeschäfts in Hannover deutlich verkleinert und ein Großteil der rund 100 Stellen nach Kassel verlagert werden soll.

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In der Produktion sollen die Kosten um 50 Millionen Euro reduziert werden. Hier werden aber keine Jobs gestrichen, sondern K+S sucht sogar Mitarbeiter für seine Bergwerke. Geplant ist etwa, die Anzahl der Sprengungen in den Bergwerken zu reduzieren, um die produktive Arbeitszeit zu erhöhen sowie die Instandhaltung zu optimieren. Weitere zweistellige Millionen-Euro-Beträge an Synergien sollen in Einkauf, Logistik sowie Marketing und Vertrieb erzielt werden.

Effizienter zu werden, das ist für K+S auch deshalb wichtig, weil das Unternehmen noch hohe Schulden für die Errichtung des kanadischen Bethune-Werks zurückzahlen muss. Aktuell hat der MDax-Konzern 4,1 Milliarden Euro Schulden.

Düngemittelhersteller

Produktionsprobleme bremsen K+S

K+S peilt in diesem Jahr bis zu 4,1 Milliarden Euro Umsatz an. Der operative Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll um 14 bis 28 Prozent auf bis zu 740 Millionen Euro erhöht werden. Allerdings kämpft K+S derzeit immer wieder mit Produktionsproblemen. Zuletzt musste die Kaliförderung an einem Werra-Standort gestoppt werden, weil der Fluss wegen Niedrigwasser keine Salzabfälle aufnehmen durfte.

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