Düngemittelkonzern: Neuer Schlag für Aktionäre: Deutsche Bilanzpolizei prüft Bilanzen des Kaliherstellers K+S
Die aktuell hohe Verschuldung des Unternehmens ist die Folge der größten Investition in dessen Geschichte.
Foto: dpaDüsseldorf, Frankfurt. Schock für die Aktionäre des Düngemittelherstellers K+S: Die Deutsche Prüfungsstelle für Rechnungslegung (DPR) knöpft sich den Kasseler Konzern wegen möglicherweise fehlerhafter Bilanzierung vor. Die Finanzaufsicht Bafin sieht dafür konkrete Anhaltspunkte und hat die DPR mit der Überprüfung der Rechnungslegung beauftragt. Die sogenannte Bilanzpolizei nimmt sich nun den Jahresabschluss 2019 und den Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2020 vor.
Investoren zeigten sich am Donnerstag stark verunsichert und reagierten mit Aktienverkäufen auf die Nachricht. Der Kurs von K+S brach bis zum späten Vormittag um 14 Prozent auf 8,38 Euro ein.
Der Vorstand des Unternehmens zeigte sich überzeugt, die Anhaltspunkte der Bafin entkräften zu können. Aktuell sind noch viele Frage offen.
Kern der Vorwürfe sind hohe Wertberichtigungen über zwei Milliarden Euro, die K+S im November vergangenen Jahres vorgenommen hat. Sie waren das Ergebnis von neu gefassten Prognosen zum Preis des Düngemittels Kali.
Das Unternehmen hatte damals angekündigt, in diesem Kerngeschäft des Unternehmens von langfristig stärker sinkenden Preisen und höheren Kapitalkosten auszugehen. Deswegen mussten mehrere Vermögenswerte in der Bilanz angepasst werden.