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Flugzeugbauer Fremdkörper im Treibstofftank – Boeing hat ein neues Problem bei der 737 Max

Boeings Krisenflieger 737 Max macht schon wieder Probleme – diesmal bei der Fertigung. Der Konzern reagiert und ändert nun die Kontrollen bei der Produktion.
19.02.2020 - 03:22 Uhr Kommentieren
Boeing hofft die 737-Max-Flugzeuge wieder ab der Jahresmitte fliegen zu lassen. Quelle: Reuters
Flugzeuge vom Typ 737 Max

Boeing hofft die 737-Max-Flugzeuge wieder ab der Jahresmitte fliegen zu lassen.

(Foto: Reuters)

Chicago, Seattle Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing ist bei seinem nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max auf ein neues Problem gestoßen. Während der Wartungsarbeiten seien in Treibstofftanks einiger Maschinen, die derzeit zwischengelagert werden, Fremdkörper gefunden worden, teilte Boeing am Dienstag (Ortszeit) mit. Dies habe zu einer umfassenden internen Untersuchung und sofortigen Korrekturen im Produktionssystem geführt.

Boeing hatte zahlreiche 737-Max-Jets auf Halde produziert, die wegen des Flugverbots bislang nicht ausgeliefert werden konnten. Der Konzern rechnet aber nach eigenen Angaben trotz der nun angekündigten Inspektionen weiter damit, dass die 737 Max Mitte des Jahres wieder für den Flugbetrieb zugelassen wird. Eine Stellungnahme der US-Flugaufsicht FAA lag zunächst nicht vor.

Der bestverkaufte Flugzeugtyp des amerikanischen Airbus-Rivalen darf seit Mitte März 2019 wegen der Abstürze mit insgesamt 346 Toten nicht mehr abheben. Als entscheidende Ursache der Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge. Dieses Problem hatte Boeing eigentlich längst per Software-Update behoben haben wollen, doch die Freigabe durch die Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

In einem Memo an die Mitarbeiter bezeichnete Boeings 737-Produktionsmanager Mark Jenks den Fund der Teile in den Treibstofftanks der zwischengelagerten Flugzeuge als „absolut inakzeptabel“. In Boeings Werk in Renton nahe Seattle seien bereits neue Arbeitsabläufe mit aktualisierten Instruktionen und zusätzlichen Prüfungen eingeführt worden, um das Problem abzustellen.

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    Die gefundenen Teile wurden als „foreign object debris“ bezeichnet – demnach könnte es sich um Unrat wie Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge handeln. Dieses Problem hatte Boeing in der Vergangenheit schon bei anderen Modellen wie dem Tankflugzeug KC-46.

    Berichte über solche Produktionsmängel hatten den Flugzeugbauer im vergangenen Jahr auch schon hinsichtlich des Langstreckenjets 787 „Dreamliner“ unter Druck gebracht. So berichtete die „New York Times“ von Sicherheitsrisiken im Boeing-Werk in North Charleston, auch hier sollen Fremdkörper in Flugzeugen gefunden worden seien. So seien etwa Metallspäne nicht ordentlich beseitigt und defekte Teile in den Fliegern installiert worden.

    Die Zeitung berief sich auf Hunderte Seiten an internen E-Mails, Dokumente des Unternehmens und Unterlagen von Behörden sowie Interviews mit über einem Dutzend Mitarbeitern. Boeing hatte die Vorwürfe damals allerdings entschieden zurückgewiesen.

    Mehr: Boeing zieht im Januar erstmals seit 1962 keine Aufträge an Land.

    • dpa
    • rtr
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