Gas, Kupfer: Keine Entwarnung für Industrie trotz sinkender Rohstoffpreise
Hohe Rohstoffpreise bleiben ein Risikofaktor.
Foto: mauritius images / Sunshine Seeds / AlamyZürich, Düsseldorf. Hohe Preise für Energie, Kunststoffe und Metalle bleiben ein bedeutendes Kostenrisiko für die deutsche Industrie. Davon zeigen sich Branchenexperten im Gespräch mit dem Handelsblatt überzeugt – obwohl die Rohstoffpreise seit ihrer Hausse im vergangenen März auf breiter Basis nachgegeben haben.
So sagt Lars-Peter Häfele, Geschäftsführer beim Einkaufsberater Inverto: „Wir beobachten übergreifend eine gewisse Normalisierung bei den Rohstoffpreisen – allerdings auf hohem Niveau.“ Für Entwarnung sei es noch zu früh: „Wenn zu den vielen Krisen eine weitere dazukommt, kann es ganz schnell wieder zu Preisspitzen bei einzelnen Rohstoffen kommen.“
Ähnlich sieht das Ehsan Khoman, Rohstoffexperte der Bank MUFG. Er warnt mit Blick auf nach wie vor hohe Preise für Rohöl, Gas oder Diesel: „Die Energiekrise ist noch längst nicht vorbei.“
Zuletzt hatten Rezessionssorgen die Nachfrage für viele industrielle Vorprodukte gedämpft – und auch die Preise gedrückt. Doch besonders in energieintensiven Branchen wie der Chemieindustrie sehen Experten kaum noch Luft nach unten für die Preise.