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ModekonzernUmsatz sinkt deutlich – Neuer Esprit-Chef will Sanierung vorantreiben

Umsatz und Ergebnis des Modekonzerns Esprit sinken deutlich. Anders Kristiansen muss sehr viel ändern, um die einstige Premiummarke zu retten.Georg Weishaupt 18.09.2018 - 15:16 Uhr Artikel anhören

Der neue Chef, der erst im Juni die Aufgaben übernahm, hat viel zu tun beim Modekonzern.

Foto: dpa

Düsseldorf. Das Urteil ist vernichtend: Anders Kristiansen, der neue Vorstandschef von Esprit, stellt dem Modekonzern ein äußerst schlechtes Zeugnis aus. Es seien „tiefgreifende Veränderungen notwendig, damit Esprit wieder nachhaltig wachsen und profitabel werden kann“, kommentierte er die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres.

Kristiansen bemängelte „die hohe Kostenstruktur, die nicht mehr in Relation zu unserem Umsatz steht“. Man habe „zu viele verlustbringende Stores“, eine „fehlende klare Markenidentität“ sowie „Produkte, die nicht den Erwartungen unserer Kunden entsprechen“. Das heißt im Klartext: Beim Konzern aus Ratingen bei Düsseldorf, der an der Hongkonger Börse notiert, gibt es Probleme über Probleme.

Dass dies so ist, zeigen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017/18, die Esprit am Dienstag veröffentlichte: Der Umsatz sackte währungsbereinigt um rund elf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ab. Der Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern Ebit sank von umgerechnet elf Millionen auf 246 Millionen Euro. Und auch ohne außerordentliche Aufwendungen betrug er noch 99 Millionen Euro.

Der neue Esprit-Chef, der erst im Juni die Aufgaben übernahm, hat viel zu tun beim Modekonzern. Er ist nicht der erste, der versucht, die einstige erfolgreiche Marke wieder auf Kurs zu bringen. Bereits sein Vorgänger José Manuel Martínez mühte sich fünf Jahre lang, die angeschlagene Modekette zu sanieren – vergeblich. Im März trat er von der Esprit-Spitze ab.

Die jetzigen Zahlen des vergangenen Jahres zeigen, wie schlecht es um den Modekonzern bestellt ist. Zu lange hatten schon sein Vorgänger den Vertrieb der Marke viel zu breit ausgedehnt. So gab es Esprit quasi in den deutschen Städten an jeder Ecke. Der Konzern eröffnete nicht nur ein dichtes Filialnetz, das sich über ganz Deutschland zog. Sie verkauften die Mode auch noch in vielen Kaufhäusern und bei zu vielen anderen Handelspartnern.

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So machten sie aus der Premium-Marke eine populäre Marke im mittleren Preissegment. Und da ist der Wettbewerb besonders stark, weil Zara, H&M & Co. sowie Billigketten wie Primark Kunden weglocken.

Martínez hat zwar intern viele Prozesse verbessert und das Online-Geschäft auf fast 25 Prozent des Umsatzes ausgebaut. Aber er war wohl zu zögerlich, die internen Hierarchien dem schrumpfenden Geschäft anzupassen. Er habe sich gescheut, Personal abzubauen und die Organisationsstruktur effizienter zu machen, ist von Branchenbeobachtern zu hören.

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Der neue Chef Kristiansen muss nun die Sanierung entschiedener als sein Vorgänger vorantreiben. Er hat eine Taskforce gebildet, um „detaillierte Informationen über unsere Kunden zu erheben und mögliche strategische Initiativen zu entwickeln“, wie er in einer Pressemitteilung erklärte. Im Herbst dieses Jahres will er seine neue Strategie vorstellen.

Eines machte Kristiansen schon klar: „Unserem profitablen Wholesale-Geschäft wird bei dieser Neuausrichtung des Unternehmens eine zentrale Rolle zukommen.“ Das heißt: Den Verkauf über Partner im Handel will er gegenüber den rund 580 eigenen Filialgeschäften stärken.

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