TKMS: Bund will bei U-Boot-Tochter von Thyssen-Krupp einsteigen
Der Schiffbauer mit 6500 Mitarbeitern zählt zu den weltweit führenden Anbietern von konventionellen U-Booten.
Foto: IMAGO/penofotoBerlin, Frankfurt. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp verhandelt über den Ausstieg aus dem Schiffbau. Ein Finanzinvestor solle dabei die Mehrheit am U-Boot-Hersteller Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) übernehmen und der deutsche Staat einen Minderheitsanteil, wie das Handelsblatt von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen erfahren hat.
Thyssen-Krupp wolle zwar beteiligt bleiben, aber ebenfalls nur mit einem Minderheitsanteil. Der Einstieg des Finanzinvestors sei als Übergangslösung gedacht. Perspektivisch seien ein Börsengang und die Fusion mit einer Sparte der Bremer Lürssen-Werft möglich.
TKMS zählt mit 6500 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Anbietern von konventionellen U-Booten. Der amerikanische Private-Equity-Fonds Carlyle gilt Finanzkreisen zufolge als wahrscheinlichster Käufer einer Mehrheitsbeteiligung. Aber auch mit KKR, Advent und Triton hat Thyssen-Krupp Gespräche geführt.
Während die Gespräche mit den Finanzinvestoren andauern, ist eine wichtige Hürde genommen: Mit der Bundesregierung habe Thyssen-Krupp Grundzüge für den Staatseinstieg ausgehandelt, berichten mit den Verhandlungen vertraute Personen. Endgültige Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. Das Unternehmen und die Finanzinvestoren äußerten sich nicht zu den Informationen. Auch der Bund hielt sich zunächst bedeckt.