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Unkrautvernichter Roundup Bayer muss nicht vor angeblichen Glyphosatrisiken warnen

Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Roundup wird auch weiter ohne den Hinweis „wahrscheinlich krebserregend“ verkauft. Das ordnete ein US-Richter an.
22.06.2020 Update: 23.06.2020 - 03:13 Uhr 2 Kommentare
Der deutsche Pharmakonzern muss bei dem Unkrautvernichtungsmittel nicht auf das Krebrisiko hinweisen. Quelle: AFP
Richter gibt Bayer recht

Der deutsche Pharmakonzern muss bei dem Unkrautvernichtungsmittel nicht auf das Krebrisiko hinweisen.

(Foto: AFP)

Sacramento Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer muss im US-Bundesstaat Kalifornien nun doch nicht auf mögliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup hinweisen. In einer Entscheidung vom Montag (Ortszeit) gab ein Bundesrichter in Sacramento dem Antrag von Bayer und anderen Unternehmen statt, einer entsprechenden Auflage des Bundesstaates nicht nachkommen zu müssen.

Hintergrund der Forderung Kaliforniens war, dass die WHO-Krebsforschungsagentur IARC den Unkrautvernichter 2015 - im Gegensatz zu anderen Behörden - als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft hatte. Bayer widerspricht dem und betont, dass die Produkte bei vorschriftsgemäßer Anwendung ungefährlich seien. Richter William Shubb sah dies genauso.

Das 2018 von Bayer übernommene US-Unternehmen Monsanto und ein Bündnis weiterer Saatguthersteller hatten bereits vor über zwei Jahren bei Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die Vorschrift erwirkt. Allerdings galt diese Entscheidung bislang nur vorläufig. Jetzt stufte Richter Shubb die Anordnung Kaliforniens als illegal ein, dadurch kommen die Konzerne wohl dauerhaft um Warnlabels herum.

„Dies ist ein sehr wichtiges Urteil für Kaliforniens Landwirtschaft und die Wissenschaft, da ein Bundesgericht nach Abwägung aller Fakten beschlossen hat, dass die Beweislage keine Krebswarnungen bei glyphosatbasierten Produkten stützt“, teilte Monsanto mit. Eine Stellungnahme von Kaliforniens Generalstaatsanwaltschaft, die Bayer beziehungsweise Monsanto sowie den anderen Unternehmen bei dem Rechtsstreit gegenüberstand, lag zunächst nicht vor.

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    Bayer hatte sich die Glyphosat-Probleme mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Monsanto ins Haus geholt. Nach drei verlorenen Prozessen und hohen Schadenersatzurteilen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern sind Zehntausende US-Klagen anhängig. Bayer geht gegen die bisherigen Urteile vor, verhandelt aber auch einen Vergleich. Analysten schätzen, dass dieser um die zehn Milliarden Euro kosten könnte.

    Ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht, das konnte die Wissenschaft trotz langjähriger Konflikte bislang nicht abschließend klären. Der Einstufung der IARC und anderer Forscher hält Bayer zahlreiche Studien entgegen. Die US-Umweltbehörde EPA stützt den Konzern und hält bislang trotz der hitzigen Debatte um Glyphosat daran fest, dass das umstrittene Pestizid bei vorschriftsgemäßem Gebrauch kein Gesundheitsrisiko für Menschen darstelle.

    Mehr: Bayers schwierige Mission gegen hohen Schadensersatz

    • dpa
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    2 Kommentare zu "Unkrautvernichter Roundup: Bayer muss nicht vor angeblichen Glyphosatrisiken warnen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für welchen Lobby-Verband arbeiten Sie Herr Megerle?

    • Das Risiko von Glyphosat ist an den Haaren herbeigzogen. Wenn Glyphosat krebserregend wäre dann hätte mein Vater mit Sicherheit Krebs bekommen müssen, so lange und viel er mit dem Material gearbeitet hat. Es gibt aber Ideologen die nicht mehr davon abrücken wenn sie sich einmal auf etwas eingeschossen haben, so auch viele Umweltschützer und hier sogar der calefornische Bundesstaat, der wissenschaftliche Fakten nicht wahr habenn will und einfach ignoriert. Auch in der EU wäre etwas mehr Augenmaß angebracht. Der Schaden der bei Insekten und Reptilien bei der Unkrautbekämpfung etwa an Wegen, Straßen oder Bahndämmen durch Glyphosatalternativen angerichtet wird ist enorm. Die Tiere werden millionenfach gekocht oder mit Strom oder Hitze verbrutzelt, und das alles OHNE den geringsten Nutzen für irgendwen. Reine Ideologie ohne Sinn und Verstand ! Und die Breite Masse, die sich nie objektiv informiert sondern nur immervon Gefühlen leiten lässt und auf vermeintlich gefälschte Studien der pösen Konzerne verweist, sollte zu Kenntnis nehmen dass man so viele Studien garnicht fälschen kann, wie es gibt die die Ungefährlichkeit von Glyphosat in bezug aufs Krebsrisiko beweisen.

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