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VDMA-Prognose Der Abschwung im Maschinenbau geht weiter

Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur belasten die Maschinenbauer. Die Kunden sind verunsichert. Kann 2020 die Trendwende bringen?
10.12.2019 Update: 10.12.2019 - 13:28 Uhr Kommentieren
In den ersten zehn Monaten sank die Produktion um real 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die Bestellungen gingen um 9 Prozent zurück. Quelle: dpa
Maschinenbau

In den ersten zehn Monaten sank die Produktion um real 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die Bestellungen gingen um 9 Prozent zurück.

(Foto: dpa)

Frankfurt Zu einer Entwarnung ließ sich Carl Martin Welcker noch nicht hinreißen. Zwar sei die Auslastung der rund 3200 Mitgliedsunternehmen gerade noch erträglich, erklärte der Präsident des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbauer am Dienstag bei Vorlage der Branchenzahlen für das laufende Jahr. „Sie liegt aber mit knapp 84 Prozent unter dem, was wir die Wohlfühlzone nennen.“

Keine allzu schlechten, aber auch keine guten Nachrichten: So lässt sich die Lage des deutschen Maschinenbaus derzeit wohl am besten zusammenfassen. Die maue Weltkonjunktur, zunehmende Handelskonflikte und der Strukturwandel in der Autoindustrie drücken die Stimmung in der mittelständisch geprägten Branche.

Das zeigt sich auch in der nun vorgelegten Prognose: Für 2019 und 2020 rechnet der Verband mit einem Rückgang der Maschinenproduktion von jeweils zwei Prozent.

„Es gibt die Hoffnung, dass der Abwärtsprozess im Maschinenbau im kommenden Jahr einen Boden erreicht und dass wir dann eine Belebung in der Nachfrage sehen“, fasste Welcker die Stimmung in der Branche zusammen. „Doch für eine Entwarnung ist es noch zu früh.“ Das zeige sich beispielsweise am Instrument der Kurzarbeit, das zuletzt immer mehr Maschinenbauer genutzt haben.

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    Von rund 6400 kurzarbeitenden Mitarbeitern im Mai hat sich die Zahl der Kurzarbeiter im deutschen Maschinenbau bis zum September so auf 14.500 mehr als verdoppelt. Zwar ist das noch weit entfernt vom Kurzarbeiterstand der Krisenjahre 2008/09, wo sich rund 190.000 Arbeiter in der Maßnahme befanden.

    Die schlechte Stimmung macht sich trotzdem zunehmend bemerkbar. So klagt mehr als jedes dritte Unternehmen nach Angaben des VDMA mittlerweile über ausbleibende Aufträge.

    Die Bundesregierung solle deshalb nun erneut darüber nachdenken, die mögliche Dauer von Kurzarbeit von einem auf zwei Jahre zu verlängern, so Welcker. „Es geht für die Maschinenbauer dabei darum, die technische Kompetenz für den hoffentlich bald wieder einsetzenden Aufschwung zu erhalten.“

    Autozulieferer leiden

    Dabei seien von der Flaute nicht alle Maschinenbauer gleichermaßen betroffen, ergänzte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Gut läuft es weiterhin für Maschinen- und Anlagenbauer, die vor allem Prozessindustrien und Bauunternehmen beliefern.“ Schwieriger sei die Lage hingegen für klassische Industrieausrüster. „Und die sind gerade in Deutschland besonders stark vertreten.“

    Während die Nachfrage in den USA (plus 6,2 Prozent) und Teilen der EU (plus 1,1 Prozent) spürbar anzog, schwächelte das Geschäft der Unternehmen in China (minus 0,7 Prozent). Das seien die Folgen des schwächeren Binnenwachstums in der Volksrepublik, so der VDMA-Präsident – ebenso wie die Auswirkungen des Handelskonflikts mit den USA. „Zwar ist hier keine Verschärfung eingetreten“, sagte Welcker. „Es gibt aber auch keine Anzeichen für eine Besserung.“

    Neben dem stockenden Welthandel leidet die Branche derzeit vor allem am Wandel der Antriebstechnik in der Autoindustrie. Welcker leitet selbst den Kölner Werkzeugmaschinenhersteller Alfred Schütte, auf dessen Maschinen sich beispielsweise Zündkerzen fertigen lassen. Die werden jedoch in einem Elektroauto künftig nicht mehr benötigt – was Welckers Firma, aber auch viele andere Mitgliedsunternehmen im VDMA mit Kunden vor allem in der Autoindustrie vor enorme Herausforderungen stellt.

    Das Problem: Die Investitionen in Maschinen, mit denen sich Teile für den Verbrennungsmotor herstellen lassen, brechen auf breiter Front ein. Gleichzeitig ist der Markt für entsprechende Maschinen für Elektromotoren noch nicht ausreichend entwickelt. Die Unternehmen können die Ausfälle also noch nicht ausreichend kompensieren.

    „Viele Unternehmen, die derzeit vor allem die Autoindustrie beliefern, sind noch nicht ausreichend auf die Antriebswende in der Automobilindustrie vorbereitet“, warnte Welcker. „Wer heute Dieselpumpen entwickelt, kann morgen nicht einfach Kupferdrähte aufwickeln.“

    Vor diesem Hintergrund begrüße der Verband die kürzlich vorgelegte Industriestrategie von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), das den Autoherstellern Technologieoffenheit bei der Gestaltung ihrer Antriebe zusichert, seien es Verbrennungs-, Elektro- oder Gasmotoren.

    Mehr: In sieben von zehn Maschinenbauunternehmen gilt kein Tarifvertrag mehr. Druck aus der Politik sei aber der falsche Weg, um das zu ändern, kritisiert der VDMA.

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