Bücher bei Tiktok: Wie der Booktok-Trend die Buchbranche verändert
Düsseldorf. Es sind Menschen wie Tabea Grunert aus Hamburg, die die Buchbranche verändern. Die 21-Jährige mit Rastazöpfen lädt auf dem Kurzvideodienst Tiktok regelmäßig Clips hoch, die sie vor ihrem Bücherregal zeigen. Ihren 195.000 Followern empfiehlt sie auf diese Weise ihre Lieblingsliteratur – und schickt sie sogar in die Buchhandlung.
Galten die sozialen Medien bis vor Kurzem noch als Feind des Buches, hat nun ausgerechnet die umstrittene Plattform Tiktok aus China das Potenzial, die deutsche Buchbranche zu retten. Mehr als 20 Millionen Bücher dürften in diesem Jahr durch Erwähnungen auf Tiktok verkauft werden, zeigen Berechnungen von Media Control. 2023 waren es zwölf Millionen. Insgesamt werden in Deutschland rund 270 Millionen Bücher pro Jahr verkauft.
Die Branche leidet darunter, dass die Gesellschaft immer weniger liest. 25 Millionen Menschen haben vergangenes Jahr laut Marktforschern mindestens ein Buch pro Jahr gekauft, vor einer Dekade waren es noch 36 Millionen. Folge: Von den rund 5000 noch existierenden Buchhandlungen schließen nach Angaben des Branchenverbandes jährlich etwa 100. Selbst größere Ketten wie Weltbild gingen insolvent.