Insolvenzen: Warnung vor bis zu 30 Prozent mehr Firmenpleiten
Düsseldorf. Im neuen Jahr droht ein deutlicher Anstieg der Insolvenzzahlen in Deutschland. Experten erwarten nach Handelsblatt-Recherchen ein Plus von bis zu mehr als 30 Prozent. Dabei ist die Zahl der Firmenbankrotte erst 2023 deutlich gestiegen, wie eine exklusive Auswertung der Restrukturierungsberatung Falkensteg für das Handelsblatt zeigt.
Demnach haben im vergangenen Jahr knapp 15.000 Firmen Insolvenz angemeldet – 26 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zunehmend betroffen sind auch größere Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Euro.
Mit dieser Steigerung liegt Deutschland bei den Insolvenzahlen laut dem Kreditversicherer Allianz Trade über dem weltweiten Schnitt. Das erklärt sich auch, aber nicht nur mit Nachholeffekten aus der Coronazeit: Die Insolvenzmeldepflicht war zeitweise ausgesetzt.
„Wir dürften 2024 über 30 Prozent mehr Insolvenzen sehen“, schätzt Jonas Eckhardt, Partner bei der Restrukturierungsberatung Falkensteg. Damit ist er pessimistischer als andere in der Branche: Die deutschen Kreditversicherer prognostizieren einen Anstieg um zehn Prozent.
„Die echten Auswirkungen der Multikrisen aus 2023 werden wir erst im neuen Jahr in den Insolvenzzahlen sehen“, meint Eckhardt. Das betrifft vor allem weiterhin den Handel, die Modebranche, das Gesundheitswesen, die Immobilienwirtschaft und die Baubranche. Aber auch in der Gastronomie, bei Autozulieferern und Maschinen- und Anlagenbauern dürfte sich die Lage verschärfen.