Serie: Branchenausblick: Jetzt herrscht auch in lange Zeit boomenden Branchen düstere Stimmung
Wie die meisten Branchen gehen Bauwirtschaft und Handwerk von einem Abschwung im kommenden Jahr aus. Nur wenige Branchen sind optimistisch für 2023 – darunter die Flugzeugbauer.
Foto: MTU, ImagoDüsseldorf. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat für Deutschlands Unternehmen fast alles verändert: Die Energiepreise erreichten Rekordhöhen, die Inflation ist so hoch wie seit fünf Jahrzehnten nicht mehr, und die globale Konjunktur gerät ins Taumeln. Das ist schlecht für die vielen exportstarken Firmen im Land.
Entsprechend düster ist die Stimmung. 39 von 49 vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) befragten Verbände beurteilen ihre aktuelle Lage schlechter als noch vor einem Jahr. Das ist rekordverdächtig. 30 schauen darüber hinaus pessimistisch auf 2023 und gehen davon aus, künftig weniger zu produzieren.
Das gilt für die gesamte Industrie, einschließlich der lange Zeit boomenden Bauwirtschaft und des Handwerks. Die große Stütze der Binnenwirtschaft droht also wegzubrechen. „Die Rezession wird 2023 zwar schwächer ausfallen als noch vor Monaten befürchtet, ist aber nicht abgesagt“, sagt IW-Chef Michael Hüther zu der Umfrage.
Der Kontrast zu vor genau einem Jahr könnte nicht größer sein. Fast alle Unternehmen dachten noch, dass mit dem Start ins Jahr 2022 für sie die turbulenteste Zeit überwunden sei. Die Folgen der Corona-Beschränkungen ließen spürbar nach, die Pandemie hatte ihren Schrecken verloren, und die Mehrheit erwartete, dass fehlende Chips nur ein vorübergehendes Problem seien. Keine Branche hatte mit einem Rückgang der Produktion und des Geschäfts gerechnet.