Alexandre Ricard: Pernod-Chef wehrt sich gegen Forderungen des neuen Investors Elliott
Paris. Alexandre Ricard, seit drei Jahren Chef des Familienunternehmens Pernod Ricard, zu dem auch Absolut Vodka gehört, muss gerade ziemlich kämpfen. Denn der als aggressiv geltende Investor Elliott Management ist mit mehr als 2,5 Prozent bei dem französischen Traditionsunternehmen eingestiegen.
Der 46-jährige Enkel von Firmengründer Paul Ricard, der in den 1930er-Jahren das nach Anis schmeckende Getränk Ricard erfand, setzt gerade zur Verteidigung an, sein Unternehmen sei eine „wunderbare Erfolgsgeschichte“. Der neue Investor hingegen hat einiges zu bemängeln – das Unternehmen sei schwach aufgestellt, es müsse die Kosten kürzen, um im Wettbewerb mit dem größeren britischen Konkurrenten Diageo zu bestehen.
Eine Kürzung der Kosten von 500 Millionen Euro im Jahr ist im Gespräch. Dabei hat Pernod bereits Kosten gesenkt, will aber in die Hauptmarken investieren. Ricard betont, es sei nicht der Zeitpunkt, Investitionen auf Märkten wie Indien, China oder den USA zu kürzen.
Das ist aber nicht alles: Hinter dem Druck von Elliott steckt noch viel mehr. Der Investor weist darauf hin, dass eine Fusion mit einem Konkurrenten interessant sein könnte. Deshalb übt Elliott auch Druck aus, damit in den Verwaltungsrat mehr unabhängige Mitglieder kommen.
Frankreichs Regierung mischt sich ein
Doch der französische Staat hat schon protestiert. „Für uns ist Pernod Ricard ein großes Familienunternehmen mit stabilen Aktionären“, verlautet aus dem Wirtschaftsministerium. Der Staat wünscht, dass die großen französischen Unternehmen Aktionäre auf lange Sicht haben, um sie in ihrer Entwicklung und Verankerung in Frankreich zu begleiten.
Tatsächlich hält die Familie immer noch 15,7 Prozent des Kapitals und 21,9 Prozent der Stimmrechte an dem Imperium, das auch durch Zukäufe im Ausland zur weltweiten Nummer zwei wurde. Allerdings ist Pernod Ricard mit rund 40 Milliarden Euro nur knapp halb so groß wie die Nummer eins, Diageo.