Familienunternehmen: Wie es die Familien mit der Rüstung halten
Düsseldorf, Stuttgart. Der Bundestag hat am Dienstag per Grundgesetzänderung den Weg für deutlich höhere Rüstungsausgaben frei gemacht. Nun fehlt noch die Zustimmung des Bundesrates. Die Industrie soll damit schnell in die Lage versetzt werden, die Bundeswehr verstärkt mit Geschützen, Panzern und Munition zu versorgen. Doch viele Familienunternehmen, die beispielsweise als Zulieferer profitieren könnten, stürzt das in ein Dilemma.
Sollen sie also Geschäfte machen mit Ausrüstung, die in Kriegen eingesetzt wird und unweigerlich auch dazu führt, dass Menschen getötet werden?
Tom Rüsen, Geschäftsführer der forschenden Stiftung des Wittener Instituts für Familienunternehmen (Wifu-Stiftung), hat festgestellt, dass die Frage, ob ein Familienunternehmen Rüstungsgüter herstellt, die „Unternehmerfamilien in ungeahnter Weise herausfordert“ – und zu intensiven Diskussionen auf vielen Ebenen der Unternehmen führt.
Immer mehr Familienunternehmer berichten zumeist allerdings anonym, dass Debatten zu dem Thema vor allem im Management und unter den Gesellschaftern geführt werden.
Unter dem Strich scheint dann aber doch der Pragmatismus zu siegen. Experte Rüsen schätzt, dass gerade einmal zehn bis 15 Prozent aller Familienunternehmen in Deutschland die Herstellung von Rüstungsgütern ausschließen.