Kommunikationsbranche: Aufsichtsräte Wiedeking, Cordes, Eichel und Fuchs verlassen Agentur WMP im Streit
Der frühere Porsche-Chef liegt mit dem Unternehmer Ulrich Marseille seit Jahren im Streit.
Foto: ReutersBerlin. Die WMP Eurocom AG gehört mit einem geschätzten Umsatz von sechs bis acht Millionen Euro sicher nicht zur Riege der besonders bedeutenden Unternehmen in Deutschland. Umso beeindruckender ist die Prominenz, die sich im Aufsichtsrat der Berliner Kommunikationsagentur versammelte. Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking war dort bislang ebenso Mitglied wie Ex-Finanzminister Hans Eichel, der frühere Metro-Chef Eckhard Cordes sowie Michael Fuchs, bis 2017 stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion.
Die Betonung liegt auf „war“. Nach Handelsblatt-Informationen haben die vier Aufsichtsratsmitglieder überraschend ihren Rücktritt erklärt. Und Michael Inacker, der Vorstandschef der nicht börsennotierten WMP, hat den Aufsichtsrat um die Entbindung von seinen Pflichten gebeten. Als Grund nennt Inacker zum einen seine angeschlagene Gesundheit. Aber der ehemalige Journalist, der auch schon für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig war, lässt keinen Zweifel: Neben der Gesundheit haben andere Faktoren seinen Entschluss befördert.
„In einem konstruktiven, von Vertrauen geprägten Umfeld sowie mit innerer Ruhe und Richtung“, heißt es in seinem Schreiben an den Aufsichtsrat, sähe sich Inacker seinen Aufgaben nach wie vor gewachsen. „Aber im konkreten gegenwärtigen Umfeld der WMP, das zunehmend auf Konfrontation und einer Kultur von Misstrauen beruht, ist das auf Dauer nicht mehr machbar.“