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Pierre Denis Dieser Luxus-Experte soll den Kosmetikriesen Coty sanieren

Der Franzose soll den Kosmetikkonzern der Familie Reimann aus der Verlustzone führen. Er war zuvor Chef beim Edelschuhhersteller Jimmy Choo.
01.03.2020 - 16:08 Uhr Kommentieren
Die Unternehmerfamilie Reimann, Mehrheitseigner der JAB-Holding, setzt große Hoffnung auf den ehemaligen Chef des Nobel-Schuhlabels Jimmy Choo zur Sanierung ihres Kosmetik-Konglomerats Coty. Quelle: action press
Pierre Denis

Die Unternehmerfamilie Reimann, Mehrheitseigner der JAB-Holding, setzt große Hoffnung auf den ehemaligen Chef des Nobel-Schuhlabels Jimmy Choo zur Sanierung ihres Kosmetik-Konglomerats Coty.

(Foto: action press)

New York Nach nur 15 Monaten wechselt der kriselnde US-Kosmetikkonzern Coty erneut seinen Vorstandschef aus. Der erst im November 2018 angetretene Pierre Laubis muss seinen Posten im Sommer räumen und dem Luxus-Experten Pierre Denis Platz machen. Das hat der Großaktionär JAB Holding entschieden, hinter dem die deutsche Milliardärsfamilie Reimann steht und der 60 Prozent der Aktien hält.

Pierre Denis leitet bisher die Edelschuhmarke Jimmy Choo und hat auch schon Erfahrung im Parfümgeschäft gesammelt. Der 55-jährige Franzose hat seine Karriere nach seinem Studium an der französischen Elite-Universität ESSEC Business School 1992 beim Luxuskonglomerat LVMH begonnen. Dort war er um die Jahrtausendwende für das Asiengeschäft der Parfümsparte von Christian Dior zuständig.

Später übernahm er Verantwortung für das gesamte Couture-Geschäft von Dior. 2008 wechselte Denis zur Designermarke John Galliano und vier Jahre später zur Stiletto-Marke Jimmy Choo. Den Schuhhersteller leitet der CEO von London aus, wo er mit seiner Frau und drei Kindern lebt. Bei Coty steht er vor einer gewaltigen Aufgabe.

Dem Unternehmen gehören bekannte Kosmetikmarken wie Rimmel und Max Factor ebenso wie die Shampoo-Marke Wella. Doch diese gelten vor allem bei jungen Menschen als angestaubt. Das Unternehmen kämpft mit Verlusten. Coty machen vor allem die neuen, jüngeren Konkurrenzmarken zu schaffen, die oft von Make-up-Influencern im Internet erfolgreiche vermarktet werden. Gerade junge Menschen kaufen Make-up heute lieber im Internet als in der Drogerie.

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    Zudem leidet das Unternehmen auch noch immer unter der zwölf Milliarden schweren Übernahme von Wella und anderen Kosmetikmarken des Konsumgüterriesen Procter & Gamble aus dem Jahr 2016. Dort gab es Probleme in der Produktion und bei den Lieferketten.

    Zuletzt 3,5 Milliarden Dollar Verlust

    Die Ernennung von Denis kommt überraschend. Schließlich galt Laubis eigentlich als Vertrauter der Reimann-Familie. Er hatte unter anderem den ebenfalls zur JAB-Holding gehörenden Kaffeeriesen Jacobs Douwe Egberts geführt. Bei Coty hatte er schon einen Vier-Jahres-Plan vorgelegt, der Coty wieder in die Spur bringen sollte. Unter seiner Führung hat Coty auch 600 Millionen Dollar in die Kosmetikmarke von Kylie Jenner, Mitglied des bekannten Kardashian-Clans, investiert. In die junge Marke setzt Coty große Hoffnung, Wella steht dagegen zum Verkauf.

    Das Konglomerat der JAB Holding hatte seinen Anteil an Coty erst im vergangenen Jahr von 40 auf 60 Prozent erhöht. Aber offensichtlich ziehen die Reimanns für das glamourträchtige Kosmetikgeschäft nun einen Manager mit mehr Luxuserfahrung im Lebenslauf vor. Denis sitzt bereits seit September 2019 in Cotys Verwaltungsrat. Finanzchef Pierre-André Térisse soll künftig zusätzlich das Tagesgeschäft führen und eng mit dem neuen CEO zusammenarbeiten.

    „Pierre Denis bringt einen Schatz an Kosmetik- und Luxus-Erfahrung in reifen wie in Wachstumsmärkten mit, inklusive Asien. Ich habe ihn seit Jahren für seine Arbeit bewundert“, sagte Coty-Chairman Peter Harf über Denis. Dessen weitreichende Branchenerfahrung werde unschätzbar sein, um den Umsatz in allen Kernkategorien von Coty – Parfüm, Kosmetik und Hautpflege – zu beschleunigen, teilte Coty mit. Der Umsatz war im vergangenen Jahr auf 8,6 Milliarden Dollar gefallen bei Verlusten von 3,5 Milliarden Dollar.

    Analysten sind vom Führungswechsel weniger begeistert. Wells Fargo schrieb in einem Kommentar, dass die Bank den Wechsel „mitten in einem organisatorischen Wandel“ negativ sehe, weil er für das börsennotierte Unternehmen zusätzliche Unsicherheit bringe.

    Mehr: JAB-Holding – Wie Familie Reimann in einem Jahr fünf Milliarden Euro reicher wurde

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