Viessmann in Bildern: Erfolgreich mit Wärme und Kälte
1917 Johann Viessmann gründet eine kleine Schlosserei im bayerischen Hof, in der er zunächst Landmaschinen baut. Später repariert er auch Textilmaschinen und Automobile.
1928 baut Johann Viessmann den ersten Heizkessel, angeregt durch die speziellen Bedürfnisse einer örtlichen Gärtnerei. Wenn zu dieser Zeit auch der Gusskessel am weitesten verbreitet war, macht sich Viessmann die Vorteile von Stahl als Baumaterial zu Nutze. Dieser ist druckstabil, liefert schneller die benötigte Wärme und verbraucht somit weniger Brennstoff.
1930 führt Johann Viessmann moderne Schweißtechniken ein und kann somit schneller arbeiten und neue Kesselkonstruktionen entwickeln. Das Thema Energiesparen ist schon damals eine Triebfeder.
1937 verlegt der Unternehmensgründer das Unternehmen an den heutigen Stammsitz in Nordhessen. Die Produktion soll so auf eine breitere Basis gestellt werden. Während des Zweiten Weltkrieges werden in Allendorf Stahlheizkessel gefertigt.
1947 übernimmt Sohn Hans Viessmann den väterlichen Betrieb mit 35 Mitarbeitern. Der gelernte Maschinenschlosser entwickelt neue Heizkessel.
In den 1950er-Jahren wird der Energieträger Koks durch Öl ersetzt, Viessmann setzt auf Stahl, statt Gusskessel. Hans Viessmann entwickelt viele technische Innovationen – aus dem Familienbetrieb wird ein Industrieunternehmen. In den 1960er-Jahren wächst das Unternehmen weiter. 350 Mitarbeiter produzieren anfangs rund 5.000 Kessel jährlich. Gegen Ende der 1960er sind es bereits 1.400 Mitarbeiter, die rund 40.000 Kessel herstellen. Mit Beginn der automatischen Ölfeuerung gewinnt die Regelungstechnik an Bedeutung.
1967: Mit Vitorange wird Viessmanns Markenfarbe eingeführt. In den 1970er-Jahren wird mit der Ölkrise Gas immer wichtiger. Die Auslandsexpansion beginnt in Europa und Kanada. 1976 entwickelt Viessmann entwickelt ein erstes Solarthermiesystem, 1978 eine Wärmepumpe und Biomassekessel.
1979 tritt Martin Viessmann als viertes von fünf Kindern ins Unternehmen ein. Der Betriebswirt wird mit der Zeit zum kaufmännischen Leiter und treibt die notwendige wirtschaftliche Restrukturierung voran. Mit der 2. Ölkrise gerät das Unternehmen in den 80er-Jahren in seine wirtschaftlich schwierigste Phase.
1988: Mit dem von Hans Viessmann entwickelten Tieftemperaturkessel Vitola biferral gelingt ihm ein Meilenstein. Der Wärmeerzeuger wird mehr als eine Million mal verkauft. Der Umsatz erreicht Ende der 1980er-Jahre erstmals die Schwelle von einer Milliarde DM.
1989 wird Martin Viessmann geschäftsführender Gesellschafter neben seinem Vater und promoviert. 1992 übernimmt er die Leitung des Unternehmens. Sein Vater Hans verlässt das Unternehmen und lässt sich in Bayern nieder. Dort kümmert er sich noch um das Werk in Hof, in dem Kältetechnik produziert wird.
Sohn Martin sieht sich mit dem Auslaufen eines Förderprogramms konfrontiert. Der Vater hatte zuletzt 2.500 Mitarbeiter eingestellt, der Sohn muss einigen von ihnen wieder kündigen. Ein schwerer Schritt gleich zu Beginn seiner Amtszeit.
In den 1990er-Jahren werden die Märkte Osteuropas für Viessmann immer wichtiger. Die Branche und auch Viessmann stehen vor einem weitreichenden Strukturwandel, vom Bodengerät zum Wandgerät, von der Heizwert- zur Brennwerttechnologie, vom Öl zu Gas als wichtigsten Energieträger.
Martin Viessmann internationalisiert, setzt die Marke in Szene und steigt ins Sportsponsoring ein. Im Schulterschluss mit dem Betriebsrat wird das Bündnis für Arbeit bei Viessmann geschlossen. Die Mitarbeiter arbeiten 38 statt 35 Stunden pro Woche, um den Aufbau einer Fertigungslinie für neue Gas-Wandgeräte in Allendorf zu ermöglichen.
Als zweites Unternehmen in Deutschland und drittes in Europa wird Viessmann 1995 nach dem Öko-Audit zertifiziert. Ende der 1990er Jahre: Viessmann bietet ein Komplettprogramm für alle Energieträger, also Öl, Gas und erneuerbare Energien (Solar und Biomasse) und für alle Anwendungsbereiche, also für Wohn- Gewerbe- und Industriegebäude.
2000er Jahre: Martin Viessmann führt Lean Production ein, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte sicherzustellen. 2006 liegt der Exportanteil erstmals bei mehr als 50 Prozent. Martin Viessmann beschließt mit marktverfügbarer Technik die damaligen Klimaziele der Bundesregierung für 2050 anzugehen.
2012 erreicht Viessmann mit seinem Nachhaltigkeitsprojekt “Effizienz Plus” diese Ziele: 60 Prozent mehr regenerative Energien, Reduktion der fossilen Energien um 70 Prozent und der CO2-Emissionen um 80 Prozent. Mitte der 2000er Jahre: Viessmann kauft dringend benötigte Technologien zu und wächst fortan nicht mehr nur organisch. 2010er Jahre: Einstieg in die Kältetechnik.
Technologischer Meilenstein im Jahr 2014: Viessmann bringt als erster Anbieter ein in Serie gefertigtes Brennstoffzellen-Heizgerät auf den Markt. Brennstoffzellen sind effizient, umweltfreundlich und zuverlässig.
2015 tritt Max Viessmann als Vertreter der 4. Generation ins Unternehmen ein, um die digitale Transformation voranzutreiben. 2016/17 wird er Chief Digital Officer, Joachim Janssen wird CEO, Martin Viessmann wird Präsident des Verwaltungsrats.
2017 wird Viessmann 100 Jahre alt und feiert diesen Geburtstag für alle Mitarbeiter und ihre Angehörigen an drei Standorten (Allendorf, Berlin, Hof). Insgesamt nehmen über 15.000 Menschen an der “Familienfeier” teil. Das Technikum wird eingeweiht, mit der größten Einzelinvestition in der Firmengeschichte entsteht ein Innovationszentrum. Die Kanzlerin kommt und sagt: „Viessmann verkörpert den Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft.“
Mit den Mitarbeitern entwickeln die Viessmanns ein neues Leitmotiv für das Unternehmen: „Wir gestalten Lebensräume für künftige Generationen“.
Das 2017 eröffnete Technikum steigert die Effizienz in Forschung und Entwicklung. Mit der Gründung digitaler Einheiten, auch einem eigenen Venture-Arm und einem Company Builder, wollen die Viessmanns das Kerngeschäft erweitern.
Ende des Jahres wird Max Viessmann Co-CEO neben Joachim Janssen. Martin Viessmann (rechts) ist fortan Chairman des Executive Boards.
Das Unternehmen Viessmann ist im Jahr 2018 um fünf Prozent gewachsen und setzte 2,5 Milliarden Euro um. Der Auslandsanteil des 1917 als Schlosserei gegründeten Unternehmens liegt bei 54 Prozent. Das Familienunternehmen, das sich gerade vom Heizungshersteller zum Anbieter von Lösungen beim Wärme- und Kältebedarf entwickelt, beschäftigt 12.000 Mitarbeiter, davon 6.900 in Deutschland, in insgesamt 23 Werken in zwölf Ländern. Viessmann-Lösungen gibt es in 74 Ländern.