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UnwetterHurrikan Ian: US-Behörden rufen 2,5 Millionen Menschen zur Evakuierung auf – Kuba ohne Strom

Mehr als 2000 Flüge abgesagt, Schulen geschlossen: Florida bereitet sich auf die Ankunft von „Ian“ vor. In Kuba ist der Hurrikan bereits auf Land getroffen. 28.09.2022 - 04:25 Uhr Artikel anhören

Geschäfte schützen sich vor den möglichen Auswirkungen des nahenden Hurrikans.

Foto: Bloomberg

Sarasota, Havanna. Kurz vor der erwarteten Ankunft des Tropensturms „Ian“ haben die US-Behörden mehr als 2,5 Millionen Bewohner in den betroffenen Gebieten entlang der Golfküste Floridas aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. „Die Zeit zum Evakuieren ist jetzt. Machen Sie sich jetzt auf den Weg“, sagte der Leiter des Notfallmanagements in Florida, Kevin Guthrie, am Dienstag.

Um den Verkehr zu entlasten und die Evakuierung zu beschleunigen, setzten die Behörden die Maut auf den wichtigsten Autobahnen in Zentralflorida, in der Region um die Tampa Bay und auf der als Alligator Alley bekannten Strecke durch die Everglades aus. Fast 100 Notunterkünfte wurden eingerichtet, Schulen und Strände geschlossen. Fluggesellschaften sagten wegen des Sturms mehr als 2000 Flüge in den USA ab.

Noch ist unklar, wo der tropische Wirbelsturm genau auf die Küste Floridas treffen wird. „Die Auswirkungen werden viel, viel schwerer sein als nur dort, wo das Auge des Sturms zufällig auf Land trifft“, sagte Gouverneur Ron DeSantis. Er warnte vor verheerenden Überschwemmungen wie bei Hurrikan Harvey, der 2017 das Gebiet um Houston überflutete.

Der Wetterdienst gab eine Sturmflutwarnung für etwa die Hälfte der westlichen Küstenlinie Floridas heraus, mit Vorhersagen von Überflutungen von bis zu 1,5 Metern. Ian könnte sich nach Angaben des Hurrikan-Forschungsinstituts Enki Research als einer der teuersten Tropenstürme erweisen, da die jüngsten Simulationen sturmbedingte Schäden in Höhe von 38 bis über 60 Milliarden Dollar voraussagten.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Floridas, Ron DeSantis, hat mehr als zweieinhalb Millionen Bewohner aufgerufen, sich vor dem heranziehenden Hurrikan in Sicherheit zu bringen. Die Behörden richteten fast 100 Notunterkünfte ein und die Strände entl

Kuba ohne Strom

In Kuba hat Ian bereits Schäden angerichtet: Nach dem Durchzug des Hurrikans ist landesweit der Strom ausgefallen. Dies sei auf wetterbedingte Schäden am Stromnetz zurückzuführen, teilte der staatliche Stromanbieter des sozialistischen Karibikstaates, UNE, am Dienstagabend (Ortszeit) auf Facebook mit. Die Wiederherstellung der Stromversorgung sei ein komplizierter Prozess, der sich schrittweise in der Nacht und am Morgen vollziehen werde. In der Hauptstadt Havanna war nur in den wenigen Gebäuden, die über Generatoren verfügten, Licht zu sehen – vor allem in Hotels. Teile des Landes und auch der Hauptstadt hatten bereits den Großteil des Dienstags keinen Strom.

Der Sturm war als Hurrikan der Kategorie 3 von 5 am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) im Westen Kubas auf Land getroffen. Er richtete große Zerstörung an: Es kam zu Überschwemmungen, Gebäude und Infrastruktur wurden schwer beschädigt, Bäume entwurzelt - auch in Havanna. Das volle Ausmaß war noch unklar.

„Die Schäden sind groß, wenn auch noch nicht statistisch erfasst“, schrieb Staatspräsident Miguel Díaz-Canel nach einem Besuch der besonders betroffenen Provinz Pinar del Río bei Twitter. Das Zentrum des Hurrikans zog inzwischen weiter in Richtung des US-Bundesstaates Florida.

Kubas Stromversorgung war schon vor „Ian“ sehr unzuverlässig. Die Infrastruktur ist veraltet, die Kraftwerke können den Strombedarf nicht decken. In vielen Teilen des Landes kommt es zu häufigen, langen Stromausfällen - manche Nutzer sozialer Medien berichteten in den vergangenen Monaten von täglichen Ausfällen von bis zu 18 Stunden.

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In Havanna wurden im August aus „Solidarität“ mit dem Rest des Landes kontrollierte Stromausfälle eingeführt, die alle drei Tage vier Stunden dauern sollten - in der Praxis waren sie zuletzt weniger vorhersehbar. Häufige Stromausfälle in der heißesten Jahreszeit waren ein Auslöser von Massenprotesten gegen die Regierung im Juli 2021.

dpa, rtr
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