Das Wichtigste in Kürze
- Durch einen Wechsel des Gasanbieters können Privathaushalte erhebliche Kosten sparen.
- Über Vergleichsportale lässt sich schnell herausfinden, wo es günstigere Konditionen gibt. Für die besten Ergebnisse bedarf es aber der richtigen Sucheingaben.
- Die Kündigung beim bisherigen Gasversorger übernimmt in der Regel der neue Anbieter. Während des Wechsels ist die unterbrechungsfreie Gasbelieferung gesetzlich garantiert.
So wie beim Strom lohnt es sich auch beim Gas, regelmäßig den eigenen Tarif mit den Angeboten anderer Versorger zu vergleichen. Denn die Preisunterschiede sind groß. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter kann je nach Tarif und Verbrauch mehrere hundert Euro pro Jahr an Ersparnis einbringen.
Einen neuen Gasversorger zu beauftragen, ist direkt online möglich. Er benötigt neben dem gewünschten Lieferbeginn und den persönlichen Daten den Namen des bisherigen Versorgers, die Kundennummer, den Jahresverbrauch und die Zählernummer. Diese Angaben finden sich auf der letzten Gasrechnung. Alles Weitere übernimmt der neue Anbieter. Er kündigt beim alten Versorger und teilt den Wechseltermin mit. An diesem Tag muss der Kunde nur noch den Gaszählerstand ablesen und übermitteln. Ab dann kommt die Rechnung vom neuen Versorger. Mehr ändert sich nicht. Es sind keine technischen Anpassungen am Zähler oder an den Leitungen nötig
Darauf kommt es beim Tarifvergleich an
Für Preisvergleiche eignen sich bekannte Vergleichsportale im Internet. Hier lässt sich schnell erkennen, ob der bestehende Gasvertrag zu teuer ist. Das ist dann der Fall, wenn der aktuelle Monatsabschlag höher ist als bei den günstigsten Tarifen im Vergleichsportal.
Der Gaspreis setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, die beim Vergleichen zu berücksichtigen sind:
- Arbeitspreis in Cent pro kWh: Das ist der Betrag, der für jede verbrauchte Kilowattstunde (kWh) Gas zu zahlen ist. Liegt dieser Preis deutlich über dem Marktdurchschnitt, ist der Tarif zu teuer.
- Grundpreis in Euro pro Monat: Hierbei handelt es sich um eine feste Gebühr, die unabhängig vom Verbrauch anfällt. Ist der eigene Gasverbrauch niedrig, ist ein Tarif mit hohem Grundpreis eine unnötige finanzielle Belastung. Hier lässt sich durch einen Anbieterwechsel bares Geld sparen.
- Steuern und Abgaben: Auch Netzgebühren, Steuern und Umlagen sind Teil des Endpreises. Weist der eigene Tarif besonders hohe Zusatzkosten auf, ist er zu teuer.
Um es konkret zu machen: Ob der vom eigenen Gasanbieter berechnete Arbeitspreis zu hoch ist, lässt sich durch einen Vergleich mit dem Marktdurchschnitt erkennen. Dieser lag in den letzten Jahren zwischen 8 und 11 Cent pro kWh. Er variiert durch Marktentwicklungen, aber auch regionale Unterschiede spielen eine Rolle.
Folgende Arbeitspreise dienen bei der Suche nach günstigeren Tarifen als Orientierung:
- unter 8 Cent / kWh: eher günstig
- 8 bis 11 Cent / kWh: Marktdurchschnitt
- über 11 Cent / kWh: eher teuer
Wer aktuell einen Tarif mit einem Arbeitspreis von über 11 Cent / kWh hat, sollte über einen Wechsel nachdenken. Das gilt vor allem dann, wenn er viel heizen muss. Denn der teure Arbeitspreis verursacht eine hohe Jahresrechnung. Darum sollten Haushalte mit hohem Heizbedarf bei Tarifvergleichen in erster Linie auf einen günstigen Arbeitspreis achten. Der Grundpreis fällt hier weniger ins Gewicht.
Wird dagegen nur wenig Gas zum Heizen benötigt, sind Tarife mit niedrigem Grundpreis die erste Wahl. Der Grundpreis ist eine Pauschale, die völlig unabhängig vom Verbrauch zu zahlen ist. Der Versorger erhebt sie für die Bereitstellung des Gases über das Leitungsnetz und für weitere Kosten wie Vertrieb, Abrechnung und Verwaltung. Sparsame Heizer fahren darum mit einem niedrigen Grundpreis gut. Der Arbeitspreis ist bei geringem Gasverbrauch eher zweitrangig.
So lässt sich der beste Gastarif finden
In Internet-Vergleichsportalen springen sowohl die Arbeits- und Grundpreise als auch die Monatskosten sofort ins Auge. Das sorgt für Markttransparenz und macht das Vergleichen einfach. Doch neben den Preisen werben die Gasanbieter noch mit weiteren Tarifmerkmalen wie Preisgarantie, Neukundenbonus, Sofortbonus und Laufzeit für sich. Auch diesen Details sollte Beachtung geschenkt werden, um eine möglichst große Ersparnis zu erzielen.
Preisgarantie: Empfehlenswert sind Tarife mit einer möglichst langen Preisgarantie. Sie schützt Verbraucher davor, dass sie kurz nach Abschluss eines günstigen Tarifs eine Preiserhöhung bekommen. Die Preisgarantie und die Vertragslaufzeit haben meist dieselbe Dauer, in der Regel 12 Monate. Bei manchen Anbietern sind es aber nur 3 Monate. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Preisgarantie mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit.
Hinweis: Viele Preisgarantien sind eingeschränkt. Sie gelten nicht für Steuern, staatliche Abgaben und Umlagen. Zudem kann der Gasanbieter die Preise anheben, wenn das Bundeswirtschaftsministerium bei verminderten Gasimporten die Alarm- oder Notfallstufe ausruft (§ 24 Abs. 1 EnSiG). Laut Stiftung Warentest macht der Anteil von Preisbestandteilen, die von der Garantie ausgenommen sind, aktuell bis zu 50 Prozent des gesamten Gaspreises aus (bei Strom bis zu 70 Prozent).
Neukunden- und Sofortboni: Solche Rabatte stellen für Gaskunden eine große Verlockung dar. Sie sollten aber mit Vorsicht betrachtet werden, da sie nur zu Vertragsbeginn eine Preisersparnis bringen, ab dem zweiten Jahr aber deutlich teurer sind.
Die Sofortboni werden meist direkt nach Vertragsbeginn ausgezahlt, die Neukundenboni am Ende des ersten Vertragsjahres. Nach Ablauf der Bonusphase fällt dann allerdings der tatsächliche Tarifpreis an, und der kann höher sein als bei anderen Anbietern.
Darum ist bei der Suche nach einem attraktiven Gastarif immer auch auf den Preis nach Ablauf der Bonusphase zu achten. So lässt sich abschätzen, ob der Tarif langfristig eher günstig ist oder ob nach einem Jahr erneut gewechselt werden sollte. Wer flexibel bleiben möchte, sollte eine Vertragslaufzeit von maximal zwölf Monaten wählen, um dann anderswo Neukundenrabatte nutzen zu können.
Tipp: Um die Jahreskosten besser einschätzen zu können, rät die Verbraucherzentrale dazu, sich die Gastarife ohne Einrechnung der Boni anzeigen zu lassen. Außerdem sollte man sich immer alle Tarife anzeigen lassen und nicht nur die mit Empfehlung oder direkter Wechselmöglichkeit. Letzteres ist auf den Vergleichsportalen meist voreingestellt, schränkt aber die Auswahl deutlich ein.
Vier empfehlenswerte Gasanbieter im Vergleich
Die folgenden Gasanbieter sind in bekannten Vergleichsportalen stets weit oben zu finden. Sie zeichnen sich durch gute Preise, Konditionen und Kundenbewertungen aus.
Der Vergleich der Anbieter erfolgt am Beispiel von vier typischen Wohnungs- beziehungsweise Hausgrößen in 22769 Hamburg-Altona. Dargestellt wird immer der preislich beste Tarif mit 12 oder 18 Monaten Vertragslaufzeit, mit Preisgarantie sowie mit Boni im ersten Jahr, sofern diese gewährt werden. Nicht berücksichtigt sind Tarife mit 3 oder 24 Monaten Laufzeit sowie Tarife ohne Preisgarantie.
Einblick in die Recherche – so wurde ausgewählt
Dieser Artikel basiert auf einer redaktionellen Auswahl von überregionalen Anbietern, die anhand beliebter Suchbegriffe und Anbieter sorgfältig recherchiert wurden. Ziel ist es, ein umfassendes Bild davon zu vermitteln, was Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell interessiert und welche etablierten sowie neuen Anbieter für sie relevant sein könnten.
Angesichts der Vielzahl an Anbietern und Angeboten bietet dieser Artikel jedoch keinen kompletten Marktüberblick, da es nicht möglich ist, alle Anbieter aufzuführen. Vielmehr soll er eine erste Orientierung bieten und als fundierte Entscheidungsgrundlage dienen.
eprimo
Der Energieanbieter eprimo sitzt im hessischen Neu-Isenburg und gehört zur RWE-Gruppe. Das Unternehmen positioniert sich als günstiger Strom- und Gasanbieter für Privatkunden. Bei den Gastarifen bietet eprimo einen Tarif mit Preisgarantie an.
Gaskosten für Musterhaushalte in Hamburg
| Haushaltsgröße | Verbrauch / Jahr | Bester Tarif | Monatspreis* |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 5.000 kWh | PrimaKlima Pur | 45,30 € |
| 100 m² | 12.000 kWh | PrimaKlima Pur | 94,23 € |
| 150 m² | 18.000 kWh | PrimaKlima Pur | 132,95 € |
| 250 m² | 35.000 kWh | PrimaKlima Pur | 249,12 € |
Quelle: www.eprimo.de
Stand: Januar 2026
Die NEW Energie
Die NEW Energie in Mönchengladbach bietet Strom- und Gasprodukte für private Haushalte und Unternehmen an. Kunden können zwischen mehreren Gastarifen wählen, die auf verschiedene Bedürfnisse zugeschnitten sind. Es gibt Grund- und Sondertarife, Ökogastarife und Tarife mit Preisgarantie.
NEW Energie
- Attraktive Preismodelle
- Geprüfte Nachhaltigkeit
- Mehrfach ausgezeichneter Energieanbieter
Gaskosten für Musterhaushalte in Hamburg
| Haushaltsgröße | Verbrauch / Jahr | Bester Tarif | Monatspreis* |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 5.000 kWh | NEWgas ideal 12 | 38 € |
| 100 m² | 12.000 kWh | NEWgas ideal 12 | 86 € |
| 150 m² | 18.000 kWh | NEWgas ideal 12 | 124 € |
| 250 m² | 35.000 kWh | NEWgas ideal 12 | 246 € |
enthält Netzentgelte und Umlagen für 2026
Quelle: www.new-energie.de
Stand: Januar 2026
E wie einfach
Der Kölner Strom- und Gasanbieter E wie einfach ist Teil des E.ON-Konzerns und hat sich auf einfache und flexible Strom- und Gasprodukte für Privatkunden spezialisiert. Der Kunde erhält zwar Erdgas, doch dessen Emissionen gleicht E wie einfach nachweislich komplett aus. Hierfür bürgt ein Zertifikat vom ÖKO-TREND Institut.
Gaskosten für Musterhaushalte in Hamburg
| Haushaltsgröße | Verbrauch / Jahr | Bester Tarif | Monatspreis* |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 5.000 kWh | EinfachBasic | 46,92 € |
| 100 m² | 12.000 kWh | EinfachBasic | 98,60 € |
| 150 m² | 18.000 kWh | EinfachBasic | 137,85 € |
| 250 m² | 35.000 kWh | EinfachBasic | 257,53 € |
Quelle: www.e-wie-einfach.de
Stand: Januar 2026
enercity
Die in Hannover ansässige enercity AG ist einer der größten kommunalen Energieversorger Deutschlands. Das Unternehmen bietet verschiedene Gastarife an, darunter auch umweltfreundliche Ökogastarife. Die Angebote sind flexibel gestaltet und umfassen sowohl Grundtarife als auch Sondertarife mit Preisgarantien und Boni für Neukunden.
Gaskosten für Musterhaushalte in Hamburg
| Haushaltsgröße | Verbrauch / Jahr | Bester Tarif | Monatspreis* |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 5.000 kWh | natürlich garantiert | 51 € |
| 100 m² | 12.000 kWh | natürlich garantiert XL | 88,83 € |
| 150 m² | 18.000 kWh | natürlich garantiert XL | 132,00 € |
| 250 m² | 35.000 kWh | natürlich garantiert XL | 257,00 € |
Quelle: www.enercity.de
Stand: Januar 2026
Für jeden ein passender Tarif
Der Vergleich dieser vier Anbieter zeigt bereits eine breite Preisspanne, aus der sich hohe Einsparpotenziale für Haushalte ablesen lassen. Schon bei einer 50 Quadratmeter-Wohnung reichen die Preisunterschiede von 38 Euro bei der NEW Energie bis 51 Euro bei enercity. Das bedeutet 13 Euro mehr oder weniger für die gleiche Gasmenge – jeden Monat.
Bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung beträgt der Preisabstand auch etwa 13 Euro monatlich. Die NEW Energie verlangt für die entsprechende Gasmenge 86 Euro, E wie einfach dagegen rund 99 Euro (ist aber dafür monatlich kündbar).
Ein kleines Sparpotenzial ergibt sich auch bei großen Wohnflächen. Bei 150 Quadratmetern sind etwa 14 Euro Ersparnis pro Monat möglich, wenn man von E wie einfach (etwa 138 Euro) zur NEW Energie (124 Euro) wechseln würde. Bei 250 Quadratmetern lassen sich zirka 11,50 Euro pro Monat einsparen. Den teuersten Abschlag verlangt hier E wie einfach mit etwa 257,50 Euro, während die NEW Energie mit 246 Euro ein weiteres Mal den geingsten Preis berechnet.
Weitere wichtige Aspekte beim Vergleichen sind die Vertragslaufzeiten, Preisgarantien und Boni. Während drei Anbieter eine Laufzeit inklusive Preisgarantie von 12 Monaten bieten, sind es bei enercity auch 18 Monate. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, liegt im persönlichen Ermessen. Boni bieten nur zwei Versorger, nicht jedoch eprimo und E wie einfach. Dafür bietet der letztgenannte Anbieter die Möglichkeit, den Vertrag jeweils monatlich zu kündigen. Auch das ist beim Vergleichen und Kostenplanen zu berücksichtigen.
Zudem ist es ratsam, nicht die auf den Anbieterseiten und Vergleichsportalen vorgegebenen pauschalen Verbrauchsangaben für den Vergleich zu nutzen, sondern die tatsächlichen Verbrauchswerte. Diese finden sich auf der letzten Jahresrechnung. So lässt sich eine noch fundiertere Entscheidung treffen.
Häufig gestellte Fragen
Der einfachste und schnellste Weg zum Ausfindigmachen des günstigsten Gastarifs ist ein Vergleich in Tarifportalen. Die wichtigsten Zahlen für den Vergleich sind der Arbeitspreis pro Kilowattstunde und der monatliche Grundpreis. Aus ihnen ergibt sich der monatlich zu zahlende Abschlag. Daneben sollten Preisgarantien und Boni in den Vergleich einbezogen werden. Sie sorgen vor allem im ersten Vertragsjahr für noch günstigere Konditionen. Solche Tarife sollten zum Ende der Bonusphase gekündigt werden, weil die Preise danach spürbar steigen.
Beide sind wichtig, aber der Arbeitspreis beeinflusst die Gesamtkosten pro Jahr stärker, wenn der Haushalt einen hohen Gasverbrauch hat. Im Gegensatz dazu fällt bei einem geringen Gasverbrauch der Grundpreis deutlich stärker ins Gewicht, denn er ist unabhängig vom Verbrauch zu zahlen. Haushalte mit wenig Gasverbrauch sollten daher auf einen niedrigen Grundpreis achten.
Eine Preisgarantie schützt den Gaskunden für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel 12 Monate, vor Preiserhöhungen. Das sorgt für Planungssicherheit. Tarife mit Preisgarantie können zwar im Vergleich zu flexiblen Tarifen etwas höhere Preise haben. Doch in einem Markt mit Preisschwankungen lohnt es sich, auf eine Preisgarantie zu setzen. Sie bewahrt den Kunden davor, dass er bereits kurz nach Abschluss eines günstigen Vertrags mit einer Preiserhöhung konfrontiert wird.
