Das Wichtigste in Kürze
- Eine Private Krankenversicherung (PKV) kann für Studierende finanziell attraktiv sein, besonders wenn sie nicht mehr familienversichert sind oder nach ihrem Studium weiterhin privat versichert bleiben möchten.
- Studierende haben zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Studiums die Gelegenheit, in die PKV zu wechseln, und können von speziellen Studententarifen profitieren, die oft leistungsstärker und günstiger als gesetzliche Angebote sind.
- Der Wechsel zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung nach dem Studium kann verpflichtend sein, abhängig vom zukünftigen Einkommen oder dem Arbeitsstatus.
In der aufregenden Zeit des Studiums stehen viele Entscheidungen an: Welcher Studiengang? Welche Stadt? WG oder Einzimmerwohnung? Doch eine Frage, die oft im Hintergrund bleibt, kann langfristige Auswirkungen haben: Lohnt es sich, als Student von der Gesetzlichen in eine Private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln? In der Tat kann dieser Wechsel sowohl finanzielle als auch gesundheitliche Vorteile bieten. Doch es gibt auch Fallstricke und Risiken zu bedenken.
Eine durchdachte Entscheidung ist hier wichtig. Welche Versicherung ist für Studierende die bessere Wahl?
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(abhängig von Alter und Tarif)
GKV vs. PKV für Studierende
In Deutschland gibt es zwei Hauptarten der Krankenversicherung: die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV).
Während die GKV ein Solidarsystem ist, bei dem Beiträge einkommensabhängig erhoben werden und jeder Versicherte Anspruch auf dieselben Grundleistungen hat, funktioniert die PKV anders: Hier richten sich die Beiträge nach dem individuellen Gesundheitszustand, dem Alter und dem gewählten Leistungsumfang bei Vertragsabschluss.
Oft lockt die PKV mit einem umfangreicheren Leistungsangebot und niedrigeren Beiträgen – zumindest zu Beginn, aufgrund des jungen Alters der Studenten und der meist guten gesundheitlichen Verfassung.
Die Gesetzliche Krankenversicherung für Studierende
Bis zum 25. Lebensjahr ist die Gesetzliche Krankenversicherung, insofern eine Familienversicherung besteht, die günstigste Möglichkeit für Studierende, sich zu versichern: Sie ist kostenlos. Die GKV bietet zudem eine solide Grundversorgung und punktet mit konstanten, einkommensabhängigen Beiträgen.
Doch es gibt auch einige Nachteile zu bedenken, insbesondere wenn man die potenziellen Leistungen und Flexibilität einer Privaten Krankenversicherung (PKV) ins Auge fasst.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Bis zum Alter von 25 Jahren fallen im Rahmen der Familienversicherung keine Beiträge für Studierende an. | Nur regulär Studierende haben Anspruch auf die studentische Krankenversicherung. Dual Studierende zahlen zum Beispiel reguläre Beiträge in der GKV. |
| Nach dem 25. Geburtstag – oder früher, sobald die Voraussetzungen der Familienversicherung entfallen (z. B. weil die zulässige Einkommensgrenze bei einem Minijob überschritten wird) – besteht für ordentlich eingeschriebene Studierende Versicherungspflicht in der studentischen Krankenversicherung (KVdS), deren Beitrag in der Regel niedriger ist als der der freiwilligen GKV. | Ab dem 30. Lebensjahr entfällt dieser Anspruch auf vergünstigte Tarife. Verlängerungen sind nur in Ausnahmefällen möglich. |
| Konstante, einkommensabhängige Beiträge | Begrenzter Leistungsumfang im Vergleich zur PKV |
| Gleicher Beitrag für alle | Längere Wartezeiten für bestimmte Behandlungen möglich |
| Umfangreiche Grundversorgung ohne zusätzliche Kosten | Selten gibt es Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlungen |
| In der GKV findet keine Gesundheitsprüfung statt. Der Zugang ist also unabhängig vom Gesundheitszustand garantiert. | Das Bafög ist die Berechnungsgrundlage für die Beiträge der Studentischen Krankenversicherung. Durch die Erhöhung des Bafög-Höchstsatzes steigen stets auch die Versicherungsbeiträge für Studierende, die kein Bafög beziehen. |
| Das Leistungsangebot der GKV ist gesetzlich festgelegt und bietet ein breites Spektrum an Gesundheitsleistungen. | Im Gegensatz zur PKV gibt es in der GKV keine Möglichkeit, einen individuellen Tarif oder Zusatzleistungen auszuwählen. |
| In vielen Fällen direkte Abrechnung zwischen Arzt und Kasse | Eventuell Zusatzkosten für gewünschte Sonderleistungen |
Stand: September 2025
Kosten der GKV für Studierende
Bis zum 25. Lebensjahr zahlen Studierende in der Familienversicherung keine Beiträge. Danach oder wenn die Voraussetzungen für die Familienversicherung nicht erfüllt sind, wechseln sie in die studentische Krankenversicherung, die 2025 rund 110 Euro pro Monat kostet (inklusive Pflegeversicherung).
Dieser Betrag ergibt sich aus den Krankenkassenbeiträgen, zusätzlichen Beiträgen und Pflegeversicherungsbeiträgen.
Ab einem Alter von 30 Jahren steigen die Ausgaben oft signifikant. Oft liegen sie in der Regel bei über 200 Euro monatlich, da der normale Mindestbeitrag anfällt und spezielle Konditionen für Studierende nicht mehr gelten.
Die Private Krankenversicherung für Studierende
Die PKV bietet für Studierende oft interessante Vorteile. Ein signifikanter Anreiz sind die möglichen Kostenersparnisse. Spezielle Tarife für Studierende können in einigen Fällen günstiger sein als die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, insbesondere wenn man älter als 30 Jahre ist. Das Leistungsangebot überzeugt oft durch eine breitere Palette an Behandlungen und Zusatzleistungen. Ein weiterer Pluspunkt der PKV ist die Flexibilität. Studierende können ihren Tarif oft individuell an ihre Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten anpassen.
Es lohnt sich also, die Angebote der privaten Versicherer genauer unter die Lupe zu nehmen, auch wenn es ebenfalls Nachteil gibt:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Anpassung des Versicherungsschutzes an persönliche Bedürfnisse | Man ist langfristig gebunden, denn ein Wechsel zurück in die GLV nach dem Studium ist nur möglich, wenn man nach dem Studium in ein Angestelltenverhältnis mit einem Jahresgehalt von unter 69.300 € wechselt oder arbeitslos wird und Arbeitslosengeld I bezieht. |
| Leistungsumfang oft besser, zum Beispiel mit Zugang zu Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlungen oder alternative Heilmethoden | Potenzielle Erhöhung der Beiträge im Alter. |
| Oft günstigere Beiträge für jüngere Menschen | Gesundheitsprüfung: Mögliche Beitragszuschläge oder Ausschlüsse wegen bestehender Erkrankungen |
| Weltweiter Versicherungsschutz in einigen Tarifen | Keine Familienversicherung: Separate Versicherung für Familienmitglieder erforderlich |
| Tarife: Günstige Angebote basierend auf Alter und Semesterzahl; keine Lockangebote nur für das erste Versicherungsjahr. Teilweise günstiger als die studentische Krankenversicherung | Kindergeld: Ab 25 Jahren entfällt das Kindergeld; Bindung von Beihilfetarifen für Beamtenkinder entfällt. |
| Leistungsfreiheit: Möglichkeit von Beitragsrückerstattungen bei Nichtinanspruchnahme von Versicherungsleistungen. | Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen können je nach Tarif anfallen. |
Stand: September 2025
Kosten der PKV für Studierende
In der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es spezielle Studententarife, die oft günstiger sind als die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Basisangebote sind bereits für unter 100 Euro pro Monat erhältlich. Wer Tarife mit höherer Eigenbeteiligung wählt, findet Angebote schon ab rund 70 Euro monatlich. Allerdings steigen die Beiträge nach Studienende deutlich, wenn der normale Tarif greift.
Viele Tarife belohnen das Nicht-Einreichen von Rechnungen innerhalb eines Jahres mit einer Beitragsrückzahlung, was die tatsächlichen Versicherungskosten nochmals reduziert. Dies macht die PKV besonders attraktiv für junge Menschen, die tendenziell weniger Arztbesuche benötigen.
Kinder von Beamten profitieren übrigens als Studierende von günstigen Beihilfetarifen. Ab einem Alter von 25 besteht aber kein Anspruch mehr darauf. Wer dann weiterhin studiert, muss sich zu Studententarifen selbst privat versichern.
Für welche Studierenden lohnt sich ein Wechsel von der GKV in die PKV besonders?
Die Wahl zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) ist für Studierende nicht immer leicht. Während die GKV einheitliche Beiträge und festgeschriebene Leistungen bietet, lockt die PKV mit individuell wählbaren Tarifen. Entscheidend sind Lebenssituation, Alter und Perspektive.
Keine Familienversicherung mehr
Bis zum 25. Geburtstag können Studierende in der GKV kostenfrei über die Eltern familienversichert sein – sofern die Einkommensgrenzen eingehalten werden. Läuft die Familienversicherung aus, kommt die studentische Krankenversicherung (KVdS) in Betracht; je nach Gesundheit und Tarif kann eine PKV-Studentenpolice günstiger sein als der gesetzliche Studierendentarif.
Studentische Krankenversicherung läuft aus
Die KVdS gilt in der Regel bis zum 30. Geburtstag (Ausnahmen möglich; absolute Obergrenze laut Rechtsprechung: 37 Jahre). Gründe, warum die KVdS nicht (mehr) greift beziehungsweise endet:
- Duales Studium: Versicherungspflicht als Arbeitnehmer (nicht KVdS).
- Beschäftigung über der 20-Stunden-Regel während der Vorlesungszeit (Ausnahmen: abends/wochenends/semesterfreie Zeit bis 26 Wochen im Zeitjahr).
- Hauptberufliche Selbstständigkeit (Einzelfallprüfung durch die Krankenkasse; keine starre Euro-Grenze).
In solchen Konstellationen kann eine PKV-Studentenpolice beim Monatsbeitrag günstiger sein als Alternativen (etwa freiwillige GKV). Der KVdS-Beitrag 2025 liegt meist um 135 bis 150 Euro (je nach Kasse und Pflegeversicherungsstatus). Nach Studienende fallen die günstigen Studententarife weg.
Planung einer zukünftigen PKV
Wer absehbar nach dem Studium in der PKV bleiben möchte (etwa angehende Ärzt, Selbstständige, spätere Beamte), kann von einem frühen Einstieg profitieren: Die Risikoprüfung richtet sich nach dem Gesundheitszustand beim Eintritt; spätere Erkrankungen lösen keine neuen Zuschläge aus.
Kinder von Beamten
Besteht für Studierende ein Beihilfeanspruch als Kind, übernimmt der Dienstherr in der Regel 80 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Für die restlichen 20 Prozent reicht eine Beihilfe-PKV (häufig sehr günstig). Der Anspruch ist typischerweise an den Kindergeldbezug gekoppelt.
Allgemein betrachtet: Lohnt sich eine PKV für Studierende oder nicht?
Die Entscheidung für eine PKV während des Studiums hängt von diversen Faktoren ab. Ein Basistarif in der PKV kann, je nach Tarifwahl, monatliche Einsparungen von über 50 Euro gegenüber der GKV ermöglichen. Bei einem 8-semestrigen Studium könnte dies Einsparungen von über 2.400 Euro bedeuten. Das ist aber kein Automatismus, sondern hängt vom konkreten PKV-Tarif und der gewählten Selbstbeteiligung ab.
Oft erweist sich die Familienversicherung bis zum Studierende als kosteneffizienter. Bei einem Bedarf an erweiterten Leistungen über das Angebot der GKV hinaus und ohne anschließende Fortsetzung in der PKV könnten Krankenzusatzversicherungen aber eine bessere Alternative darstellen.
Eine PKV könnte insbesondere in folgenden Situationen vorteilhaft sein:
- Ende der Familienversicherung (üblicherweise mit 25 Jahren).
- Beginn des Studiums im Alter von 30 Jahren oder älter.
- Ein Elternteil ist im Beamtenstatus.
- Keine bestehenden gesundheitlichen Beschwerden.
- Die Absicht besteht, nach Studienabschluss privat versichert zu bleiben.
Ich möchte in der GKV bleiben – welche Alternativen habe ich zur PKV?
Für Studierende, die über die Grundversorgung der GKV hinausgehende Leistungen wünschen, jedoch eine PKV ablehnen, bieten sich private Zusatzversicherungen an. Bei vorhandener Familienversicherung sind lediglich die Beiträge für die gewählten Zusatzversicherungen zu tragen.
Module wie Zahnzusatzversicherungen erweitern den Schutz kostengünstig. Dabei ermöglicht eine gezielte Auswahl den optimalen Schutz, ohne unnötige Kosten zu verursachen.
Private Krankenversicherungen im Vergleich
- Mehr als 35 Anbieter kostenlos vergleichen
- Unabhängig & transparent
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(abhängig von Alter und Tarif)
Häufige Fragen zur Privaten Krankenversicherung für Studierende
Studierende, die BAföG unter dem Höchstsatz von 922 Euro erhalten und nicht familienversichert sind, können einen Zuschuss von 102 Euro für ihre Krankenversicherungsbeiträge beantragen. Dieser Zuschuss wird nicht automatisch zugeteilt; ein Antrag beim BAföG-Amt ist erforderlich.
Privat versicherte Bafög-Empfänger profitieren von den gleichen Zuschüssen wie gesetzlich Versicherte.
Nach dem Studium hängt der Verbleib in der PKV von der nachfolgenden Tätigkeit ab. Bei einer Anstellung ist es abhängig vom Einkommen, ob man in der PKV bleibt oder in die GKV zurückkehrt. Bei einem Einkommen über 73.800 Euro verbleibt man in der PKV. Selbstständige können in der PKV bleiben, wobei ihr Studententarif in einen regulären PKV-Tarif geändert wird, oder sie können sich freiwillig gesetzlich versichern. Beamtenanwärter haben die Option, ihren Studententarif in einen spezifischen Tarif für Beamtenanwärter umzuwandeln, der geringere Beiträge hat. Bei Arbeitslosigkeit bleibt die PKV bestehen, wobei das Arbeitsamt bei den Beiträgen helfen kann und ein Wechsel in günstigere Tarife möglich ist.
Mitglieder der Studentischen Krankenversicherung erhalten alle Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse.
