Airstream Caravans
Manche mögen’s heiß

Sie werden seit mehr als acht Jahrzehnten gebaut und sind immer noch ein Hingucker, die Airstream-Caravans aus den USA. Auf dem Caravan Salon Düsseldorf veranstaltet der Hersteller bald ein Airstream-Camp.
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DüsseldorfVor mehr als 80 Jahren hatte ein gewisser Wally Byam aus dem US-Bundesstaat Ohio die Idee, einen geräumigen Wohnanhänger zu bauen, der sich von jeder amerikanischer Mittelklasse-Limousine jener Tage ziehen lassen konnte. Der Prototyp von 1930 erhielt aus Gewichtsgründen eine Hülle aus Aluminium, die nicht lackiert war. Form und Material trugen dem Anhänger schnell den Spitznahmen "Silver Rocket" ein. Die "silberne Rakete" der "Airstream Manufactoring Company" startete sofort als Bestseller durch. Mit ihrer rundlichen Alu-Karosserie fallen die Wohnwagen seit acht Jahrzehnten aus dem Rahmen, ziehen Menschen an, die das Außergewöhnliche lieben.

Der berühmteste Airstream war wohl der, der der Besatzung von Apollo 11 nach der erfolgreichen Mondlandung 1969 als Quarantäne-Unterkunft diente. Der Designer des ersten Airstreams war übrigens Harvey Bowlus, der für den Flugpionier Charles Lindbergh die "Spirit of St. Louis" gebaut hatte, das Flugzeug mit dem am 20./21. Mai 1927 der erste Nonstop-Flug über den atlantischen Ozean geglückt war.

Weil aber der amerikanische Geschmack für Fahrzeuge aller Art in Europa selten auf große Gegenliebe stößt, hat der deutsche Importeur, die Roka-Werk GmbH bei Limburg, darauf gedrungen, auch Modelle zu fertigen, die von Grund auf europäischen Anforderungen entsprechen. Das betrifft die Raumaufteilung ebenso wie die verwendeten Einbauteile.

Somit kann der Importeur auf dem nächsten Caravan Salon zwei Modelle präsentieren. Das kleinere, der Airstream 534, ist ein Zwei-plus-zwei-Caravan, 6,80 Meter lang und 2,29 Meter breit. Er bringt leer 1.450 Kilogramm auf die Waage und darf mit 250 Kilogramm beladen werden. Dafür muss der Kunde 59.800 Euro berappen. Immerhin verbauen die Amerikaner viel braunes Zebrano-Holz und rotes sowie schwarzes Leder. Das Spülbecken ist natürlich aus Edelstahl. Die Bordelektronik ist überarbeitet, die Thedford-Toilette glänzt mit einem Keramik-Inlay.

Zur Multimedia-Ausstattung zählen LED-Flachbildschirme, die sich mit DVB-T, dem digitalen Überallfernsehen, und mit Signalen aus der Sat-Schüssel speisen lassen. Eine Warmwasserheizung gehört zur Serienausstattung ebenso wie ein Dreiflammenherd mit Backofen.

Der größere Airstream 684-2 bietet zwei feste Betten, getrennt oder als sogenanntes "Queens-Bed". Die Frontlounge lässt sich in ein weiteres Nachtlager für zwei Erwachsene verwandeln. Er bringt es auf 8,25 Meter Länge und 2,29 oder 2,48 Meter Breite. Das Leergewicht liegt bei 1.900 Kilogramm, es dürfen 800 Kilogramm dazu geladen werden. Die Preise beginnen bei 69.800 Euro. Sie gelten allerdings nur bei Bestellung bis zum Ende der Messe. Dann schlägt der schwache Eurokurs durch, die Preise werden steigen.

Das Innere des 684 soll dem einer hochwertigen Motoryacht gleichen, mit hellen weißen Flächen und viel Holz. Die Funktionsteile und das Elektronik-Paket ähneln denen des kleinen 534. Eine Besonderheit beim großen Airstream sind die Panorama-Echtglasfenster, die einen lichtdurchfluteten Wohnbereich schaffen.

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