Steuern auf Edelmetalle: Wer Silber will, muss keines kaufen
Silberbarren wollen gut gelagert sein. Das kostet. Doch Anleger können in das Edelmetall investieren, ohne es physisch zu besitzen.
Foto: dpaDüsseldorf. Wenn sich in diesen Tagen Edelmetallhändler wie der Hamburger Goldkontor verstärkt zu Wort melden, hat das einen Grund. Denn bei Silber droht bald „19 Prozent auf alles“. Weil sich die Bundesregierung einer Richtlinie aus Brüssel beugen musste, fällt zum 1. Januar 2014 der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Silbermünzen weg; fortan wird alles – Münzen wie Barren – mit dem regulären Satz besteuert.
Wer der Preiserhöhung entkommen will, hat nun mehrere Möglichkeiten. Die erste und naheliegende: noch vor dem Jahreswechsel in Silber investieren. Wer jetzt zugreife, dem sei die breite Angebotspalette bei Silber noch sicher, heißt es etwa bei Goldkontor. Schon ab Januar würden spezielle Münzbarren nicht mehr hergestellt. Der Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum ist da ein wenig pragmatischer: Wer Silber nicht physisch in der Hand halten, sondern es nur handeln wolle, könne es jederzeit im Ausland, etwa in der Schweiz oder in Hongkong, zollfrei lagern.
Weil ein solches Einlagern aber mit Kosten verbunden ist und sich erst ab einer gewissen Anlagesumme – Pro Aurum spricht von 15.000 Euro – lohnt, können sich Kleinanleger schließlich auch ganz anders behelfen: Wer in sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs) auf Silber investiert, kann von steigenden Silberpreisen profitieren, ohne das Edelmetall physisch überhaupt zu besitzen. Die börsennotierten Schuldverschreibungen auf Rohstoffe funktionieren ähnlich wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs): Ihre Wertentwicklung folgt einem bestimmten Referenzkurs, also zum Beispiel dem Preis pro Feinunze Silber.