Was schützt vor Inflation?: Der große Sachwertecheck
Goldbarren mit einem Gewicht von einem Kilo.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Die Deutschen fürchten sich vor der Inflation. Diese Angst ist weit älter als der Euro. Sie reicht bis in die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, in die Weimarer Republik. Damals lief die Inflation völlig aus dem Ruder. Die Kriegsschulden lasteten schwer auf Deutschland. Um diese zu finanzieren, warfen die Notenbanker die Druckerpresse an und druckten hemmungslos Mark.
In der Folge kletterten die Inflationsraten kräftig. Zwischen Oktober 1922 und Dezember 1923 betrug die Teuerung 50 Prozent – pro Woche wohlgemerkt. In den Bäckereien wurde Brot mit Schubkarren voller Geldscheine bezahlt. Was am Abend eine Million Reichsmark kostete, war tags darauf schon in Milliarden ausgepreist. Die Deutschen mussten mit ansehen, wie ihre Ersparnisse quasi über Nacht entwertet wurden.
Aus Angst flüchteten sie in Sachwerte, kauften Anteile an Unternehmen etwa. Im selben Zeitraum kletterte der damalige Aktienindex von 2062 auf unglaubliche 171 300 000 000 Punkte. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises (1881 bis 1973) sollte dieses Phänomen wenig später als „Katastrophenhausse“ beschreiben. Sie wird befeuert von der Angst der Anleger, ihr Geld könne an Wert verlieren. Von Mises gilt als radikaler Liberaler und wichtiger Vertreter der Österreichischen Schule. Auch wenn die Zeitzeugen mittlerweile fast alle verstorben sind, die Inflationsangst hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Nation eingefressen.