DZ Bank und WGZ Bank
Im Sprint zur Fusion

Am Montag schließen sich DZ und WGZ Bank zusammen – im fünften Anlauf, dafür aber mit umso mehr Tempo. Erst im November 2015 verabredeten die beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute die Fusion. Unter höchster Geheimhaltung.

FrankfurtHeißt es nun besser „Sehr geehrte Kollegen“ oder „Liebe Kollegen“? Bei der Düsseldorfer WGZ Bank ist die förmlichere Anrede üblich, bei der Frankfurter DZ Bank die direktere. Was also gilt ab Montag, wenn beide Geldhäuser fusionieren? Diejenigen, die den Zusammenschluss vorbereitet haben, haben sich diese Frage gestellt. Ihre Antwort: Niemand muss sich umstellen, eine Vorgabe dazu gibt es nicht.

Zu vielen anderen Fragen dagegen schon. Denn das, was bei Zusammenschlüssen meist erst nach dem Fusionsstichtag passiert, haben die Schwesterbanken DZ und WGZ bereits vorher festgezurrt. Die beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute sind ab Montag offiziell eins – und mit einer Bilanzsumme von 500 Milliarden Euro die drittgrößte deutsche Geschäftsbank. Übertroffen nur von Deutscher Bank und Commerzbank.

Rekordverdächtig dabei ist das Tempo der genossenschaftlichen Fusion. Mitte November unterzeichneten die Vorstandschefs Wolfgang Kirsch und Hans-Bernd Wolberg sowie die Aufsichtsratschefs Helmut Gottschalk und Werner Böhnke die Absichtserklärung für einen Zusammenschluss. Nur wenige Eingeweihte wussten überhaupt von dem Projekt mit dem Codenamen „Rhein Main“. Im April setzen die Vorstände ihre Unterschrift unter den Verschmelzungsvertrag. Am 1. August ist die Fusion perfekt.

Gemeinsame Geschäftszahlen wird die fusionierte DZ Bank rückwirkend sogar schon für das erste Halbjahr 2016 berichten. Ungewöhnlich, denn oft dauert es Monate, wenn nicht Jahre, bis zwei Banken komplett verschmolzen sind. „Die Geschwindigkeit ist eine Besonderheit der Fusion“, sagt einer, der sich maßgeblich begleitet hat.

Zugegeben, DZ und WGZ Bank ähneln einander, sie haben dasselbe Geschäftsmodell, wobei die DZ Bank viermal so groß ist wie die WGZ. Aber vielleicht musste es jetzt einfach besonders schnell gehen. Immerhin waren bereits vier Anläufe für einen Zusammenschluss gescheitert, zuletzt vor sieben Jahren am Widerstand der WGZ-Eigner. Die votierten dieses Mal dafür. Die Eigentümer beider Banken, die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland, billigten den Zusammenschluss mit je fast 100 Prozent Zustimmungsquote. Sozialistische Verhältnisse bei den Genossen.

Damit hat der Genossenschaftssektor den Sparkassen einiges voraus: Die öffentlich-rechtliche Konkurrenz leistet sich noch immer fünf große eigenständige Landesbanken sowie mehrere Bausparkassen und Versicherer. All das haben die Genossen bereits zu je einem Anbieter fusioniert.

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